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Umfrage: So stehen die Gütersloher Fraktionen zum Ausbau der B 61

Bäume sollen erhalten bleiben

Gütersloh (WB). Die Gemeinschaft gegen den Ausbau der B 61 hat zum Jahresende 2019 alle Fraktionen des Rates der Stadt Gütersloh (CDU, SPD, Die Grünen, BfGT, UWG und Die Linke) sowie die FDP befragt, wie sie sich aktuell zum geplanten Ausbau der B 61 positionieren. Dazu wurden den Fraktionen konkret zwei Fragen gestellt: Erstens, ob sie für oder gegen den Ausbau der Straße seien (und warum), und zweitens was sie unternehmen werden, um den Ausbau zu verhindern?

Der CDU-Fraktion würde ein Ausbau der Kreuzungen an der B 61 reichen. Zudem zieht sie einen Ausbau auf insgesamt drei Fahrstreifen in Erwägung. Foto: Carsten Borgmeier

Aus den Antworten ergibt sich das folgende Bild: Fast alle Fraktionen wünschen sich den Erhalt der Bäume; die FDP, die gerne vierstreifig ausbauen würde, äußerte hingegen, dass vorhandene Bäume einem Ausbau der B 61 nicht grundsätzlich im Wege stehen dürften. UWG, SPD, Die Grünen, Die Linke und inzwischen auch die CDU sprechen sich gegen einen vierstreifigen Ausbau der Straße aus und schreiben überwiegend, dass das ihrem Wunsch nach einer klimafreundlicheren Zukunft mit besserem ÖPNV geschuldet sei. SPD, Die Grünen und Die Linke möchten sich sogar dafür einsetzen, dass der „vordringliche Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan heruntergestuft werde.

Die Linke: Gelder besser ins Schienennetz investieren

Einen ersten Vorstoß hat hier bereits Friedrich Straetmanns unternommen, der für Die Linke Mitglied des Deutschen Bundestages ist. Er hat in einem offenen Brief an das entsprechende Ministerium gefordert, die Bauplanungen zu verwerfen und stattdessen prüfen zu lassen, ob die hierfür vorgesehenen Mittel für den Ausbau des Schienennetzes und für Rad- und Fußgängerwege genutzt werden können. Die Grünen streben an, mit der lokalen Politik einen gemeinsamen Beschluss gegen den Ausbau zu fassen und diesen den Verkehrsministern von Bund und Land zukommen zu lassen. Die BfGT hält sich etwas bedeckt und hat lediglich auf ihr „Sommerinterview“ verwiesen, in dem es heißt, dass ein Abholzen der Baumallee mit der BfGT nicht zu machen sei.

Nach Meinung der UWG kann ein Ausbau der Kreuzungspunkte zur Optimierung des Verkehrsflusses sinnvoll sein, die UWG bemängelt, dass bislang nicht einmal die Grüne Welle funktioniere. Die FDP hält weiter an einem Ausbau auf vier Spuren fest, denn „der Berufsverkehr muss besser fließen können“ – dieses nutzt nach Meinung der FDP auch der Umwelt.

Der CDU würde ein Ausbau der Kreuzungen reichen, zudem zieht sie einen Ausbau auf drei Fahrstreifen (2+1 mit digitaler Steuerung der mittleren Spur) in Erwägung. Zwischen Gütersloh und Bielefeld misst man von Baumstamm zu Baumstamm an den meisten Stellen eine Breite von etwa zwölf Metern, das wird wohl nicht reichen für drei Fahrspuren plus Banket.

FDP hält an vierspurigem Ausbau fest

Generell werde jeder Ausbau – auch der der Kreuzungen und einer auf drei Fahrstreifen – am Ende mehr Verkehr nach Gütersloh bringen, den innerstädtischen Bereich mit Autos verstopfen und die Bürger mit zusätzlichen Abgasen, Lärm und Stress belasten, so argumentieren die Gegner des Ausbaus. Die innerstädtischen Querverkehre müssten noch längere Wartezeiten in Kauf nehmen, wenn der Verkehr auf der B 61 weiter ansteige. Es bleibe der Verlust von Lebensqualität für alle Menschen, die sich im Umfeld der Straße aufhalten oder sogar dort wohnen müssten. Jede Förderung des Individualverkehrs schädigt nach Ansicht der Gemeinschaft das Klima weiter nachhaltig. Werden Feinstaubwerte überschritten, drohten sogar Fahrverbote.

Bei den Ausbaugegnern ist man sich sicher: „Sprechen sich die Fraktionen nicht gemeinsam und mit einer Stimme gegen jegliche weitere Fahrspuren auf der B 61 aus, ist es fragwürdig, ob die Bäume tatsächlich erhalten bleiben: Wird erst einmal in die Planungen eingestiegen – egal ob für einen drei- oder vierstreifigen Ausbau – werden die Dinge wohl unaufhaltsam ihren Lauf nehmen.“

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