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Gütersloh: Vier von sieben Ratsfraktionen fordern Neuplanung an Berliner Straße

Baustopp für die Grüne Mitte

Gütersloh (WB). Nach der CDU sprechen sich auch SPD, BfGT und UWG für eine Neuplanung der unteren Berliner Straße aus. Die Grünen fordern ebenfalls einen neuen Entwurf, aber nicht wegen der geschrumpften Zahl der Parkplätze.

Stephan Rechlin

Fahrräder, Fußgänger oder Autos? So wie sich die Stadt die Neugestaltung der unteren Berliner Straße vorstellt, wird sie keine Mehrheit im Rat finden. Vier von sieben Fraktionen folgen der Kritik des Gütersloher Einzelhandels und fordern mehr Parkplätze. Foto: Carsten Borgmeier

Dr. Thomas Krümpelmann, planungspolitischer Sprecher der SPD, war der einzige Abgeordnete, dem im Planungsausschuss die Diskrepanz zwischen versprochenen und realisierbaren Parkplätzen aufgefallen. In einer Pressemitteilung legt er nach: » Die vorgelegte Planung muss dringend korrigiert werden, da sie weder den bisher geltenden Vorgaben der Politik noch den Erwartungen der Anlieger und der Öffentlichkeit entspricht.« Der Erhalt eines Angebotes von rund 60 Stellplätzen an der Berliner Straße sei ein wesentlicher Punkt gewesen, um die Akzeptanz für die Neugestaltung von Platz und Straße in der Öffentlichkeit und bei den Anliegern zu gewinnen. Krümpelmann: »Offensichtlich hat die Verwaltung die Planungen für den Straßenausbau entgegen den Vorplanungen verändert, ohne die Politik und die Öffentlichkeit zu informieren.« Die SPD werde beantragen, die Pläne für die Berliner Straße so zu ändern, dass die ursprünglich vorgesehene Zahl von Stellplätzen in beidseitiger Schrägaufstellung oder anders hergestellt werden kann.

Bürgerentscheid verpasst

BfGT-Sprecher Norbert Morkes bereut es, keinen Bürgerentscheid gegen die Neugestaltung des Rathausplatzes in die Wege geleitet zu haben: »Die Gütersloher hätten einer Zerstörung dieser Lebensader niemals so zugestimmt.« Auf den Vorschlag einer Tiefgarage sei die Verwaltung nicht eingegangen. Sie versuche vielmehr, »die Innenstadt vom Verkehr abzunabeln.« Das sei mit den BfGT nicht zu machen. Die Verwaltung müsse sich dringend überlegen, wie oberirdische Kurzzeitstellplätze in der Innenstadt geschaffen werden könnten.

43 Parkplätze sind genug

Genau dafür sieht Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) gar keinen Bedarf. Seit einem halben Jahr stünden schon keine Parkplätze auf dem Konrad-Adenauer-Platz mehr zur Verfügung: »Wir haben nicht bemerkt, dass es deshalb in den letzten sechs Monaten Engpässe bei Parkplätzen in der Stadt gegeben hat. Auch in der Vorweihnachtszeit sind keine Probleme bekannt geworden.« Statt dessen seien die Belange der Fußgänger sowie der Radfahrenden nicht ausreichend beachtet worden: »Die Zugänglichkeit zur Fußgängerzone vom Konrad-Adenauer-Platz und der Berliner Straße wird mit der geplanten Wendemöglichkeit für Autos im Vergleich zu heute nicht entscheidend verbessert.« Bei der Planung sei die Umwandlung der Strenger- und Schulstraße in Fahrradstraßen zu berücksichtigen. Auch die Kreuzung der Berliner Straße mit der Friedrich-Ebert-Straße sei für Radfahrende nicht gefahrlos nutzbar. Niemann-Hollatz: »Vor lauter Rufen nach Autostellplätzen sollte man nicht die Fahrrad- und Fußgängerfreundlichkeit vergessen.«

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