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Im Kreis Gütersloh führt die Polizei Bodycams zur Sicherheit ein

Bei Kontrolle bitte lächeln

Gütersloh (WB). Das Experiment ist geglückt. Jetzt werden Bodycams Standard bei Polizeikontrollen auch im Kreis Gütersloh. „Sie sollen unsere Beamten vor Angriffen schützen“, sagt Polizeisprecherin Katharina Felsch.

Wolfgang Wotke

Der Erste Polizeihauptkommissar Jens Bohne, Wachleiter der Polizeiwache in Gütersloh, präsentiert hier die Bodycam, die auf der Uniform getragen wird. Diese Kameras sind jetzt auch im Kreis Gütersloh im Einsatz. Foto: Wolfgang Wotke

Seit Mai 2019 hatte die Polizei mehrere Monate lang in Nordrhein-Westfalen (NRW) Bodycams getestet. In Dortmund, Düsseldorf, Köln, Wuppertal und Siegen-Wittgenstein hätten Streifenbeamte eine kleine Kamera an der Schulter getragen, berichtet Felsch. Das Fazit: Jedes Mal, wenn sie die Mini-Kameras angeschaltet haben, weil sich Leute beispielsweise aggressiv verhielten, habe das eine „spürbar deeskalierende Wirkung“ gezeigt.

Polizeisprecherin Katharina Felsch

Im Polizeigesetz NRW werden Bodycamps „körpernah getragene Aufnahmegeräte“ genannt. Sie zeichnen Bild und Ton auf. Sie bestehen aus einer kleinen Kamera, die auf der Brust, nahe der Schulter, an der Uniform befestigt ist. „Schaltet der Polizist sie ein, wird das Geschehen vor ihm in hochauflösender Bild- und Tonqualität aufgezeichnet“, erklärt Katharina Felsch. „Zudem signalisiert das eine rote LED-Leuchte.“ Aufnahmen würden nur dann gemacht, wenn vorher ausdrücklich darauf hingewiesen wird. „Nur wenn Gefahr in Verzug ist, kann die Kamera unverzüglich eingeschaltet werden.“ In Wohnungen, so regelt es der im Polizeigesetz verankerte Paragraf 15c, sei die Anfertigung von technischen Aufzeichnungen bei der Durchführung von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zur Verfolgung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten nur zulässig, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass dies zum Schutz von Beamten oder Dritten gegen eine dringende Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist. Über die Anfertigung der technischen Aufzeichnungen in Wohnungen entscheiden außer bei Gefahr im Verzug die den Einsatz leitenden Polizisten.

Kein Beweismittel? Dann wird das Bildmaterial nach 14 Tagen gelöscht

Das Bildmaterial werde nach 14 Tagen wieder gelöscht, falls es nicht als Beweismittel bei der Verfolgung von Straftaten erforderlich sei. „Unter Beachtung hoher Sicherheitsstandards werden die Bilder beim Aufladen der Akkus, die dann bis zu zwölf Stunden funktionstüchtig sind, automatisch auf lokale Server übertragen.“ Zugriff auf die Daten hätten nur Vorgesetzte der Streifenpolizisten. Gleichzeitig werden durch die Videos auch das Verhalten der Beamten dokumentiert.

Bodycam wiegt so viel wie ein handelsübliches Smartphone

Das Modell ist klein und handlich, wiegt nur 146 Gramm, etwa so viel wie ein handelsübliches Smartphone. Mit den Maßen 100 mal 56 mal 30 Millimeter ist die Mini-Kamera handtellergroß. Auf dem Zwei-Zoll-Farb-LCD-Monitor ist für jeden sichtbar, was genau gefilmt wird. Aufgenommen wird in HD-Qualität. Besonderes Merkmal der Kamera bietet der bewegliche Kamerakopf, der manuell auf jede Größe eingestellt werden kann.

Die Polizeiwache in Gütersloh ist mit den ersten Kameras ausgestattet worden. Nach und nach werden sie im gesamten Kreisgebiet verfügbar sein und somit das Erscheinungsbild der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ergänzen.

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