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Gütersloh

Beim Konzert in Gütersloh verschmelzen Cello und Flügel

Gütersloh (sek)

Schon einmal waren Sol Gabetta und Bertrand Chamayou zu Gast in Gütersloh. Ihre Musik wirkt wie eine Einheit.

Zarte Klänge entlocken Cellistin Sol Gabetta und Pianist Bertrand Chamayou ihren Instrumenten am Dienstagabend.

Gütersloh (sek) - Auf welchem ihrer alten und kostbaren italienischen Meisterinstrumente Sol Gabetta spielt, wen hätte das am Dienstagabend beim Konzert der „Vier Jahreszeiten“ im fast ausverkauften Theatersaal überhaupt interessiert? Vor elf Jahren gab die seit 2004 international gefeierte Cellistin ihr Debüt in Gütersloh.

Mitreißender und einfühlsamer hätte das Konzert nicht starten können

Jetzt teilte sie sich den frenetischen Beifall mit Bertrand Chamayou, ihrem langjährigen, exzellenten Begleiter am Klavier. Mitreißender und einfühlsamer hätte die außergewöhnlichen Musiker das Konzert nicht starten können. 

Vom ersten Takt an vereinen sie sich mit Hingabe in einen tief bewegenden Zusammenklang. Passender als mit der Sonate Nr. 1 in B-Dur (op. 45) von Felix Mendelssohn-Bartholdy, bedeutendster Musiker der Romantik, hätte der Einstieg nicht sein können. Klänge, die sein Freund Robert Schumann die „reinste, durch sich selbst gültigste Musik“ nannte. 

Ein gleichgesinnter und feinfühliger Partner

Das Allegro vivace eröffnen Cello und Klavier im Unisono. Differenziert führt Gabetta den Bogen und lässt aus den Triolen eine pulsierende Liedweise erblühen. Wie mit Engelsflügeln berührt sie die Saiten im zarten Andante. Mit Bertrand Chamayou als gleichgesinntem und feinfühligen Partner an ihrer Seite, verschmilzt der Klang nach einem brillanten Höhenflug im abschließenden Allegro assai in einen sanften Schluss. Welch ein Hörerlebnis. 

Dass die in der Schweiz lebende, argentinische Musikerin mit französischen und russischen Wurzeln nach einer Verletzung der rechten Hand, wie sie lächelnd erzählt, wieder voll genesen ist, beweist sie bestens mit einem Virtuosenstück im feinsten Salonstil: die technisch anspruchsvollen Variations concertantes in D-Dur (op. 17), die Mendelssohn-Bartholdy 20-jährig komponiert hatte.

Immer lächelnd und mit geschmeidigen Bewegungen

Ein brillantes und klangfarbiges Werk, das den Klavierpartner zu Oktavsprüngen und die 40-jährige Gabetta zu virtuosem Spiel herausfordert. Beides gelingt ihnen mit Leichtigkeit. Bei seiner ersten Cellosonate in e-moll (op. 38) ließ sich Johannes Brahms von Beethoven inspirieren. In zarte, perlende Klavierklänge wird eine Melodie des Cellos gehüllt, die Gabetta ausgesprochen plastisch herausarbeitet. 

Immer lächelnd und in geschmeidigen Bewegungen gestaltet sie das tänzerische Menuett und mit kraftvollem Zugriff das markante Allegro. In Frédéric Chopins einziger Cellosonate in g-moll (op. 65) sticht vor allem das Finale in seiner geglückten Klangbalance zwischen beiden Instrumenten hervor.

Zwei Stücke, die vor Lebenslust und guter Laune strotzen

Voller Schwung und Spielfreude bringt das seit zwanzig Jahren gemeinsam musizierende Duo das melodiöse und kapriziöse Werk zum Strahlen. Nicht genug damit: Es entführt das total begeisterte Publikum mit zwei vor Lebenslust und guter Laune strotzenden Stücken aus Manuel de Fallas „Suite populaire espagnole“ außerdem nach Granada.

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