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Gütersloh/Hamburg

Bertelsmann führt RTL und G+J zusammen

Gütersloh/Hamburg...

Die RTL-Mediengruppe übernimmt die deutschen Magazingeschäfte und -marken des Hamburger Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr (G+J). Das hat das Gütersloher Medienunternehmen Bertelsmann, zu dem G+J gehört, am Freitag mitgeteilt.

Die RTL-Mediengruppe übernimmt die deutschen Magazingeschäfte und -marken des Hamburger Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr. Der Verlag ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Gütersloher Bertelsmann-Konzerns.

Der Abschluss der Transaktion ist für den 1. Januar 2022 vorgesehen, wie Bertelsmann und die RTL Group jeweils am Freitag erklärten. Die Übernahme vereinbarten demnach die RTL-Gruppe und der Konzern Bertelsmann. Der Kaufpreis beträgt nach RTL-Angaben 230 Millionen Euro ohne Barmittel und Schulden. 

Synergien in Höhe von rund 100 Millionen Euro

„Kein anderes Medienunternehmen hierzulande kann ein derartiges, gattungsübergreifendes Wachstumsbündnis schaffen“, teilte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe mit. 

„RTL Deutschland und G+J sind ein Content-Powerhouse mit der Inhalte-Kompetenz von unter anderem 1500 Journalistinnen und Journalisten. Die Unternehmen führen starke Inhalte und Marken in einer Hand crossmedial zusammen. Dabei entstehen jährliche Synergien in Höhe von rund 100 Millionen Euro – größtenteils wachstumsbedingt.“

Keine Komplett-Übernahme

Bertelsmann zufolge weise das neue Unternehmen Alleinstellungsmerkmale gegenüber den globalen Wettbewerbern auf: „Es richtet sich mit einem einzigartigen Angebot lokaler Inhalte aller Gattungen an das Publikum in Deutschland“, heißt es in der Mitteilung des Gütersloher Unternehmens.

RTL übernimmt nicht alle Geschäfte des Hamburger Verlags, so bleiben bei Bertelsmann etwa die 25-Prozent-Beteiligung an der Spiegel-Gruppe und die Beteiligung an der DDV Mediengruppe, zu der die „Sächsische Zeitung“ gehört. 

Bertelsmann hält Mehrheit an RTL-Group

G+J ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Bertelsmann-Konzerns. Zu dem Verlag zählen Titel wie „Stern“, „Geo“, „Brigitte“, „Essen & Trinken“ und „Schöner Wohnen“ und „Gala“. Es gehören auch jüngere Marken wie „Chefkoch“ dazu. 2020 lag der Umsatz des Hamburger Zeitschriftenverlags bei rund 1,14 Milliarden Euro. 

An der börsennotierten RTL Group, die in mehreren Ländern tätig ist, hält Bertelsmann die Mehrheit. Die Sendergruppe steuert im Bertelsmann-Konzernportfolio den vergleichsweise größten Umsatzanteil bei. 

Entwicklung gemeinsamer Wachstumsstrategie

Im Februar war bekanntgeworden, dass die Mediengruppe RTL Deutschland und der Hamburger Zeitschriftenverlag eine stärkere Zusammenarbeit ausloten. Es sollten verschiedene Optionen geprüft werden. Das Ziel war neben einer engeren Kooperation auf verschiedenen Feldern auch die Entwicklung einer gemeinsamen Wachstumsstrategie. 

Bertelsmann setzt schon seit längerem auf die inhaltliche Verzahnung von Unternehmensbereichen. Im Medienbereich ist das deutlich zu sehen: Zeitschriftenmarken, TV und der Audiobereich tauschen Inhalte aus und gehen für Projekte Kooperationen ein. So entstehen zum Beispiel gemeinsame Dokus oder Podcasts. 

Rabe will nationale „Champions“ schaffen

Dahinter steht auch die Strategie “Champions“ - also Größe in einem Marktumfeld. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe betonte in den vergangenen Monaten immer wieder, dass er nationale „Champions“ in europäischen Märkten schaffen wolle, um so auch internationalen Streamingkonkurrenten wie Netflix und Amazon regional etwas entgegensetzen zu können. 

In den vergangenen Jahren zog sich das Verlagshaus G+J aus ausländischen Märkten zurück, etwa aus den Niederlanden, Spanien und Österreich. Man wollte sich verstärkt auf den heimischen Markt konzentrieren. Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass sich G+J auch von seiner französischen Magazinsparte mit dem Tochterunternehmen Prisma Media, das als führender Publikumszeitschriftenverlag in Frankreich gilt, trennt.

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