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Parkschänke: Eigentümer Wolf-Werner Lücke stellt Bauantrag

Brandruine weicht Wohnhaus

Gütersloh (WB). Die im Oktober 2016 abgebrannte Parkschänke an der Alten Verler Straße in Gütersloh soll einem Sechs-Familien-Wohnhaus weichen. Ein entsprechender Bauantrag liegt im Rathaus vor, wie Stadtsprecherin Annette Blumenstein jetzt bestätigte.

Carsten Borgmeier

Im Herbst 2016 abgebrannt, dürfte dort im nächsten Jahr die Abrissbirne kreisen: Die vor sich hinrottende Parkschänke, Alte Verler Straße 16, soll einem Sechs-Familien-Wohnhaus weichen. Der Bauantrag ist gestellt. Foto: Carsten Borgmeier

Damit scheint auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal am östlichen Rand des Stadtparks bald etwas zu passieren. Die Brandruine rottet seit fast drei Jahren vor sich hin. Die Erlaubnis zum Abbruch liegt Eigentümer Wolf-Werner Lücke seit Januar 2018 vor, wie aus dem Rathaus weiter zu erfahren war.

Die frühere, seit Ende 2012 leer stehende Traditionsgaststätte war in der Nacht zum Sonntag, 16. Oktober 2016, aus ungeklärter Ursache in Flammen aufgegangen. Hinter vorgehaltener Hand wurde von Brandstiftung, von einem »warmen Abbruch« gesprochen, doch dafür ließen sich keine Beweise finden. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Bei der Stadt hatte es kurze Zeit vor dem Brand noch Überlegungen gegeben, das um 1850 errichtete Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Auch hatte ein Pächter, der Gütersloher Gastronom Yahya »Kongo« Sözen, Pläne vorgestellt, die Parkschänke wiederzubeleben. Doch Lücke und Sözen gingen im Streit auseinander.

Das angrenzende Fachwerkhaus, ebenfalls im Eigentum Lückes, muss indes erhalten bleiben, es steht seit März 1995 unter Denkmalschutz. Dazu Ulrich Paschke, Untere Denkmalbehörde der Stadt: »Es handelt sich um den relativ seltenen Bautyp eines Dreiständerhauses. Das heißt, die tragende Konstruktion im Giebel besteht aus drei massiven Holzständern – zwei davon rahmen das Tor ein.«

Hofstelle erstmals 1530 erwähnt

Der Denkmalpfleger weiter: »Als Haupthaus der früheren Hofstelle Zur Mühlen, erstmals erwähnt 1530 unter dem Namen Möllenhermann, erfüllte es den repräsentativen Anspruch der dort ansässigen Familie. Das mehr als 300 Jahre alte Fachwerkgefüge ist innen bis auf die für den Anbau des Wohnhauses an der Hofseite zurückgebauten Teile noch gut vollständig und im Wesentlichen in einem akzeptablen Zustand.« Paschke: »Es wäre zu wünschen, dass dieses Objekt bald wieder genutzt wird. Vorstellbar ist aus Sicht der Denkmalpflege eine Verwendung als reines Wohnhaus oder eine Kombination aus Wohnen und Arbeiten.« Ein Nutzungskonzept werde mit dem Eigentümer erarbeitet, so Paschke.

Vom Bauherrn Wolf-Werner Lücke war zu seinem Projekt auf mehrfache Anfrage keine Stellungnahme zu erhalten.

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