1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Damit Insekten besser leben können

  8. >

Landwirte im Kreisgebiet kooperieren mit Naturschützern der GNU

Damit Insekten besser leben können

Gütersloh (WB). Mit ihrem Einsatz von Pestiziden und dem verstärkten Anbau von Monokulturen gelten sie als Mitschuldige des seit etwa 25 Jahren registrierten Insektensterbens: Landwirte im Kreisgebiet gehen daher jetzt in die Offensive und pflanzen im großen Stil Blumenwiesen an.

Carsten Borgmeier

Andreas Westermeyer (52, rechts) erklärt Kindern wie Lutz (3), Mina (8) und Milo (11) den Einsatz einer Sämaschine. Mit ihr wird die Blühmischung aufs Feld gebracht. Foto: Carsten Borgmeier

An der Seite von Angelika Daum (72), Vorstandsmitglied der Gemeinschaft für Natur um Umweltschutz (GNU), hat Andreas Westermeyer (52) als Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes am Mittwoch die in der hiesigen Region wohl bisher einmalige Kooperation auf seinem Hof in Verl vorgestellt. Westermeyer gehört im Kreisgebiet zu bislang 22 Landwirten, die auf eigene Kosten auf einem Teil ihrer Ackerfläche insektenfreundliche Areale wachsen lassen wollen.

Im Januar hatte die GNU heimische Landwirte zu einem Runden Tisch eingeladen, um das Insektensterben zu diskutieren. »Wie können wir gemeinsam die Lebensbedingungen beispielsweise für Honig- und Wildbienenm oder für Schmetterlinge nachhaltig verbessern?«, lautete dabei die zentrale Frage. Aktuell werde versucht, das Vorhaben so optimal wie möglich in die landwirtschaftliche Praxis zu integrieren, erläuterte Westermeyer.

Er will etwa 800 Quadratmeter bereitstellen, zumeist Randbereiche seiner Flächen. Seine Kollegen stellten Areale zwischen 500 und 2500 Quadratmeter bereit, ergänzte der 52-Jährige, der mit seiner gleichaltrigen Ehefrau Bettina einen Hof am Dammweg führt. Sie äußerte sich ebenso angetan von dem Projekt wie ihr Gatte, mit unterschiedlichen, handelsüblichen Blühmischungen werde derzeit experimentiert, denn: »Was bunt und schön aussieht, muss nicht unbedingt optimal für die Insekten sein«, betont Angelika Daum.

Andreas Westermeyer ergänzt, dass im Kreisgebiet einer Richtlinie der Europäischen Union (EU) zufolge von Landwirten bereits 340 Hektar an Blühflächen für eine größere Artenvielfalt angelegt worden sind.

Zum Hintergrund: Ein Rückgang der Zahl von Insekten wird in der Ökologie als problematisch angesehen, da sie vielen anderen Wildtieren als Nahrungsgrundlage dienen. Zahlreiche Arten von Amphibien, Vögeln und Fledermäusen sind auf Insekten angewiesen, so dass deren Rückgang auch andere Arten im Bestand gefährdet. Zudem ist die Bestäubung durch Insekten für viele Pflanzen, darunter viele Nutzpflanzen, unverzichtbar. Des Weiteren gelten manche Insekten als Bio-Indikatoren.

Startseite