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Friedrichsdorf: Umgehungsgegner und Befürworter werfen sich Unsachlichkeit vor

Der Ton wird schärfer

Gütersloh (WB). Je weniger sich in der Debatte um eine Ortsumgehung in Friedrichsdorf bewegt desto schärfer gehen Befürworter und Gegner miteinander um. Nachdem Umgehungsgegner ihren Kontrahenten wochenlang in Briefen und Statements den Einsatz falscher Daten und Fakten vorgeworfen haben, schlagen die jetzt mit einer fünfseitigen Stellungnahme zurück. Darin wird den Gegnern der Umgehung eine „zunehmende Radikalisierung der Strategie” vorgeworfen.

Stephan Rechlin

Aggressiver Straßenkampf oder gewaltfreie Demonstration? Den Protesten in Friedrichsdorf folgt der Kampf um die Begriffe. Foto: Gabriele Grund

Ihre Stellungnahme veröffentlichen die Befürworter wenige Tage, bevor der Hauptausschuss über die Einleitung eines Mediationsverfahren entscheidet. Sie wirft den Umgehungsgegnern darin „gezielte Desinformation und Eskalation” vor. Ihnen gehe es nicht um einen sachlichen und lösungsorientierten Austausch von Argumenten, sondern um eine plakative Negativ-Etikettierung der Befürworter. Die jüngsten Äußerungen der Gegner seien „unsachlich, beleidigend und voller Unterstellungen und Unwahrheiten”. Es stehe zu befürchten, dass es sich um eine planmäßige Kommunikationsstrategie handele, die offensichtlich darauf ausgerichtet sei, jede sachliche Argumentation zu unterbinden und jeden lösungsorientierten Ansatz im Keim zu ersticken.

Telefonanrufe und Hausbesuche

Die Umgehungsgegner hätten ihre Strategie durch Telefonanrufe und Hausbesuche bei Friedrichsdorfer Bürgern flankiert „mit dem offensichtlichen Ziel, sie nachdrücklich davon zu überzeugen, was sie zu denken und wie sich in dieser Sache zu verhalten haben”.

Mit Blick auf den künftigen Dialog fragen sich die Befürworter, wie die Initiative der Umgehungsgegner unter solchen Umständen überhaupt ein sachlicher und verlässlicher Gesprächspartner sein könne. Die Gegner setzten die von ihnen selbst geforderte Mediation fahrlässig aufs Spiel. Sie sei nun „auf das Schwerste belastet. Ihr Sinn und Zweck sind massiv in Frage gestellt.”

Die Befürworter ärgern sich, dass ihnen die Gegner einen „aggressiven Straßenkampf” unterstellen, und dass man sich „verbissen und rücksichtslos” verhalte. Ein solches Vokabular erinnere an paramilitärische Aufmärsche und an Ausschreitungen. Tatsächlich seien die inzwischen 43 Demon-strationen friedlich verlaufen, es habe keine einzige Andeutung von Gewalt und Aggression gegeben.

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