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Feuerwehren bringen Großbrand in Gütersloh schnell unter Kontrolle – Technischer Defekt vermutet

Dicker Qualm über Hagedorn-Halle

Gütersloh (WB). Dichter, dicker, grauer Qualm quillt aus der riesigen Lagerhalle und vermischt sich mit dem Nebel, der sich über die Stadt gelegt hat. Im Gütersloher Wertstoffzentrum des Abbruchspezialisten Hagedorn an der Osnabrücker Landstraße brennt es am Montagabend lichterloh. Es sieht bedrohlich aus. Doch die 60 Einsatzkräfte der Gütersloher Berufsfeuerwehr behalten den Überblick und haben den Brand schnell unter Kontrolle. Menschen sind nicht verletzt worden.

Wolfgang Wotke

Dichter, grauer Rauch steht stundenlang über der Lagerhalle des Gütersloher Wertstoffzentrums an der Osnabrücker Landstraße . Mit zwei Drehleitern versuchen die Feuerwehrleute, die Flammen von oben zu bekämpfen. Foto: Wolfgang Wotke

Um 22.13 Uhr melden Zeugen eine brennende Lagerhalle

Um 22.13 Uhr ist der Feuerwehr und der Polizei von Zeugen eine brennende Lagerhalle an der Osnabrücker Landstraße gemeldet worden. Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte erkennen sie innerhalb der 8000 Quadratmeter großen Lagerhalle deutlichen Flammenschein. Dort wird angeliefertes Material witterungsunabhängig und emissionsarm bearbeitet. In dem fünf Jahre alten Gebäude lagert recyclingfähiges Material. Aufgrund der starken Rauchentwicklung müssen die Feuerwehrmänner mit Atemschutzgeräten arbeiten. Zu Anfang ist es auch ihnen nicht möglich, in die Halle einzudringen. Zu dicht ist der Rauch.

Polizei beschlagnahmt den Brandort

Mit zwei großen Drehleitern versuchen sie, die Feuer von oben zu löschen. Rettungswagen stehen für den Fall bereit, falls Personen verletzt werden. Mit einem großen Hagedorn-Frontlader wird gleichzeitig Brennbares aus der Halle befördert. Der vordere Teil des Gebäudes wird ausgeleuchtet. Schnell haben die Einsatzkräfte den Großbrand im Griff. Die Osnabrücker Landstraße und die Zufahrt zum Hagedorn-Betriebsgelände werden für mehrere Stunden komplett abgeriegelt. Die Polizei beschlagnahmt den Brandort. Ständig müssen die Einsatzkräfte „Wasser marsch!“ rufen, um verstreute Glutnester, die Rauch entwickeln, zu löschen.

Hagedorn-Pressesprecherin Tina Gutmann

„Es sind Sach- und Gebäudeschäden in noch nicht bekannter Höhe entstanden. Die muss erst noch ermittelt werden“, berichtet Hagedorn-Pressesprecherin Tina Gutmann, die während der Löscharbeiten vor Ort ist. Jetzt ist die Kripo an der Brandstelle, die zahlreiche Spuren sichert, um die genaue Ursache des Feuers zu ermitteln. Brandermittler arbeiten nach dem Ausschlussprinzip. Sie folgen der Spur des Feuers und schauen sich dort um, wo es seinen Anfang genommen hat. Danach kommen die Sachverständigen. Gestern erklärt Gutmann: „Im Rahmen der Ermittlungen der Kriminalpolizei Gütersloh mit Unterstützung der Feuerwehr ist zum bisherigen Stand davon auszugehen, dass eine technische Ursache zum Brand geführt hat.“ Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

Am Dienstag, gegen 6.45 Uhr, musste die Feuerwehr erneut zu Hagedorn ausrücken. In der Lagerhalle haben sich plötzlich Styroporreste erneut entzündet. Dieser Einsatz sei aber schnell wieder beendet gewesen.

Standort an der Osnabrücker Landstraße hat mehr als 50.000 Quadratmeter

Die Behandlung und Verwertung von Abfällen auf dem mehr als 50.000 Quadratmeter großen Standort an der Osnabrücker Landstraße sei eine der Kernkompetenzen des Wertstoffzentrums von Hagedorn, so steht es auf der Website. Und weiter heißt es: „Eine möglichst vollständige Aufbereitung von Abfällen in Sekundärrohstoffe ist die Zukunft des Abfalls und das Ziel unseres zertifizierten Entsorgungsfachbetriebs. Dafür setzen wir hoch moderne Aufbereitungs- und Anlagentechnik ein.“ Wie lange ein Teil der Halle nicht genutzt werden kann, ist noch nicht bekannt. Die Aufräumarbeiten laufen seit gestern Nachmittag auf Hochtouren.

Fahrbahn drohte zu vereisen

Nach Beendigung der Löscharbeiten ist der Streudienst des Kreises verständigt worden: Die Fahrbahn der Osnabrücker Landstraße bei Temperaturen um den Gefrierpunkt droht zu vereisen. Der Grund sind Tausende Liter Löschwasser. Die Feuerwehr setzte neben der Berufsfeuerwehr die Löschzüge Avenwedde, Isselhorst, Spexard und Friedrichsdorf ein.

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