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Historische Uhr im Kirchturm von St. Friedrich ist restauriert

Die Rückkehr des Pendels

Gütersloh (WB). »Wir haben in die Schwerkraft eingegriffen«, sagt Turmuhrbauer Gernot Dürr. Jetzt schlägt die alte Uhr im Kirchturm von St. Friedrich einwandfrei. Der Fachmann aus Rothenburg hat sie restauriert, in den ursprünglichen Zustand versetzt und am Freitag wieder eingebaut.

Wolfgang Wotke

Turmuhrbauer Gernot Dürr präsentiert das überholte Uhrwerk in der St. Friedrich-Kirche. Auch das in den 80-er Jahren stillgelegte Pendel hat er wieder eingebaut. Jetzt schlägt der historische Zeitmesser wieder einwandfrei. Foto: Wolfgang Wotke

Die Restaurierung historischer Turmuhren erfordert hohe Fachkenntnis und handwerkliche Fähigkeiten moderner und historischer Uhrmacherei. »Da ist Gernot Dürr der richtige Mann für uns«, sagt Pfarrer Elmar Quante, Leiter des Pastoralen Raumes Gütersloh. Im Rahmen der Sanierung der mitten in Friedrichsdorf gelegenen Kirche ist auch die Turmuhr auf den Prüfstand gekommen. Der katholische Theologe, Glockensachverständiger des Erzbistums Paderborn und Domkapitular Dr. Gerhard Best sei seinerzeit auf die Turmuhr in St. Friedrich aufmerksam geworden und habe eine Restaurierung befürwortet. Immerhin zählt die 1866 nach zweieinhalb Jahren Bauzeit bezogene neugotische Hallenkirche zu den ältesten ihrer Art in Westfalen und steht unter Denkmalschutz. Dürr hat sich seit Juni um den Abbau, Transport, historisch gerechter Restaurierung und um defekte Teile in seiner Manufaktur gekümmert. Kosten: 15.000 Euro.

In den 80-er Jahren sei der Zeitmesser umgebaut und das Pendel darin stillgelegt worden, um sie elektronisch zu steuern, erzählt Dürr. »Wir mussten die Pendelsynchronisation wieder herstellen, eben so einige Zahnräder.« Man habe Glück gehabt, dass alle alten Teile noch im Unterbau des Uhrwerkes verstaut gewesen seien. »In meiner Werkstatt ist das Uhrwerk dann sechs Wochen lang Probe gelaufen.« Aufgrund Ihrer langen Lebenszeit benötigten Turmuhrenwerke sorgfältige Pflege, regelmäßige Wartungszyklen und natürlich auch hin und wieder Reparaturen. »Fehlende oder falsche Wartung verschleißt das Material und führt zu Ungenauigkeit der Zeitmessung.«

Saniert worden sind auch das Glockengeläut, die Kirchenfenster (innen und außen), Neugestaltung des Altarraumes, der Bodenbelag für den Chorraum und eine Reparatur der übrigen Kirche, ein neuer Innenanstrich, die Holztreppe im Turm, eine neue Heizung, neue Elektroinstallationen, neue Beleuchtung, Lautsprecher und Liedanzeigen sowie die Neueinrichtung der Sakristei.

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