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Von vier Quellen geht in Gütersloh der meiste Krach aus

Die Spuren des Lärms

Gütersloh (WB). Der Lärm in Gütersloh hinterlässt Spuren. Diplom-Geologe Ralf Pröpper vom Büro RP Schalltechnik aus Osnabrück hat sie erfasst und kartiert. Die größten vier Lärmquellen Güterslohs sind seinen Berechnungen zufolge die Bundesstraße 61, die Landesstraße 757 (Verler- und Friedrichs-Ebert-Straße), die Bundesautobahn 2 und die Trasse der Deutschen Bahn AG.

Stephan Rechlin

Unter der Internetadresse www.umgebungslaerm.nrw.de stellt das nordrhein-westfälische Umweltministerium eine Karte zur Verfügung, auf der die in Gütersloh gemessenen Werte optisch hervorgehoben werden. Die Autobahn ist danach die größte Lärmquelle. Foto: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Laut ist es dort den ganzen Tag über, zu den Hauptverkehrszeiten ist es schlimmer als zwischendurch. Zum Problem wird der Lärm laut einem Runderlass des Ministers für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ab einem Tageswert von 70 Dezibel (A) und einem Nachtwert von 60 Dezibel (A). Der erste Wert entspricht ungefähr der Lautstärke eines Rasenmähers, der Nachtwert ist eine normale Gesprächslautstärke oder ein leises Radio – Einschlafen wird damit schon schwierig.

An den vier lautesten Verkehrswegen Güterslohs überschreitet der Lärmpegel für 217 Menschen den zulässigen Tageswert und für 338 Menschen den zulässigen Nachtwert. Damit ist die Stadt verpflichtet, in einem Lärmaktionsplan darzustellen, wie diese Menschen besser geschützt werden können. Die Antworten darauf fallen je nach Verkehrsweg unterschiedlich aus.

Bahn will investieren

Die Bahntrasse stellt das geringste Problem dar. Im vergangenen November hatte die DB Netz AG verkündet, bis zum Jahr 2024 mehrere Schallschutzwände an erforderlichen Standorten zu in-stallieren. Insgesamt 3,9 Millionen Euro will sie dafür investieren. Los geht’s 2022 in Avenwedde-Bahnhof.

An der Bundesautobahn 2 sind die vom Landestraßenbaubetrieb Straßen.NRW angekündigten Lärmschutzwände inzwischen errichtet worden. Auf Lärmlücken innerhalb dieser Konstruktionen geht die Kartierung nicht näher ein.

Auf der Verler Straße wird die Fahrbahnverengung in Spexard Tempo herausnehmen. Zwischen dem Ende der Ausbaustrecke und der Friedrich-Ebert-Straße seien bisher keine weiteren Lärmschutzmaßnahmen geplant, allerdings wird der Ausbau dort in den folgenden Jahren noch fortgesetzt. Auf der Friedrich-Ebert-Straße legt der Bericht passive Maßnahmen wie die Installation von Schallschutzfenstern nahe, die teilweise bereits in den neunziger Jahren ausgeführt worden sei.

Höchster Schutzbedarf

Den höchsten Schutzbedarf sieht Ralf Pröpper entlang der Bundesstraße 61 und zwar von Stadtgrenze zu Stadtgrenze. Lärmschutzwände werden hier aus optischen Gründen ausgeschlossen, doch passive Maßnahmen seien hier durchaus möglich. Allerdings habe bisher nur ein kleiner Teil der von zu lautem Lärm betroffenen Haushalte auch einen Antrag auf so eine Unterstützung gestellt.

Neben den vier größten Lärmquellen zählt die Kartierung noch drei Hauptverkehrsstraßen auf, in deren Verlauf ähnlich hohe Lärmpegel erreicht werden: Die Bundesstraße 513 (Marienfelder Straße), die Landesstraße 782 (Brockhäger Straße und im weiteren Verlauf Neuenkirchener Straße) und die Landesstraße 788 (Carl-Bertelsmann-Straße). Hier sind dem Bericht zufolge 554 Menschen Tag und 750 Menschen in der Nacht von zu hohen Lärmwerten betroffen. Neben Schallschutzfenstern wird an diesen Stellen auch Flüsterasphalt empfohlen.

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