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Die Gütersloher Suppenküche stattet 66 Kinder mit Tornistern und Schulmaterial aus

Diese Rucksäcke sind keine Bürde

Gütersloh (WB). Schon vor der Öffnung drücken sich die Kinder die Nasen platt an den Fenstern. Sie können es kaum erwarten, endlich ihre vorher von ihnen ausgesuchten Schulrucksäcke und Tornister in Empfang zu nehmen. Das Material stapelt sich in einem Raum der Gütersloher Suppenküche. Jeder Rucksack und Tornister ist liebevoll mit dem Namensschild des künftigen Trägers sowie einem Foto von ihm versehen.

Uwe Caspar

Endlich haben Lauin (links) und Rewin ihre Schulrucksäcke. Darüber freut sich auch Unterstützerin Barbara Hagedorn. Foto: Uwe Caspar

Suppenküche will Chancengleichheit

Schon seit langer Zeit unterstützt die Suppenküche Schulkinder und -anfänger aus finanzschwachen Familien. »Damit wollen wir für Chancengleichheit sorgen«, erklärt Inge Rehbein, die Vorsitzende der wohltätigen Institution. Die Bundesregierung stellt im Rahmen des sogenannten Bildungs- und Teilhabepakets für bedürftige Familien nun insgesamt 100 Euro pro Kind zur Verfügung, die in zwei Raten (70 Euro rückwirkend zum 1. August und 30 Euro zum 1. Februar 2020) ausgezahlt werden.

»Doch die Zuschüsse des Teilhabepakets reichen noch nicht«, sagt Inge Rehbein. Deshalb durften sich gestern 41 Kinder, die jetzt in die erste Klasse kommen, sowie 25 neue Fünftklässler auf weiterführenden Schulen ihre Ausrüstung abholen. »Beim vorherigen Aussuchen der Sachen hat es unter den Kindern keinen Streit um die unterschiedlich aussehenden Tornister gegeben – jeder war glücklich mit seinem«, berichtet Petra Roggenkamp, Mitglied des Gremiums der Suppenküche.

Zuschüsse des Teilhabe-Pakets reichen offenbar nicht

Die beschenkten Kids dürfen sich über gutes Material freuen – ein stabiler Schulrucksack kostet um die 100 Euro. Darin enthalten sind als Erstausstattung unter anderem Marken-Buntstifte, Zirkel und Zeichenblöcke. »Das ist kein Luxus. Davon haben die Kinder mehr, als wenn sie sich diese Artikel in einem Ein-Euro-Laden besorgen würden«, erläutert Roggenkamp.

Das Projekt wird bereits seit geraumer Zeit von Barbara Hagedorn mitfinanziert. Die Unternehmerin: »Wir machen das gern. Die Suppenküche engagiert sich mit viel Herzblut.« Das wissen auch die Eltern zu schätzen: Ein gerührter Vater war den Tränen nahe, als sich sein Sohn den gespendeten Schulrucksack umschnallte.

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