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Fotograf Detlef Güthenke und Grafiker Eckhard Kleßmann stellen im Kreishaus aus

Dieser Kram hat Unterhaltungswert

Gütersloh (WB). Im Job müssen sie Vorgaben und Termine einhalten. Als Künstler-Duo »Trecke« können sich Fotograf Detlef Güthenke (61) und Grafiker Eckhard Kleßmann (54) so richtig austoben. Zu sehen ist das jetzt im Foyer des Gütersloher Kreishauses.

Carsten Borgmeier

Detlef Güthenke (Foto) und Eckhard Kleßmann geben dem Gerümpel ein zweites Leben – im Kreishaus-Foyer. Foto: Carsten Borgmeier

Viele Jahre war es still geworden um die »Trecke«, die letzte Ausstellung der beiden Kreativen liegt lange zurück. Die Zeit scheinen Güthenke und Kleßmann dazu genutzt zu haben, neue, alte Exponate des Alltags zu sammeln und sie jetzt in ungewöhnlichem Zusammenhang unter dem Titel »Wir finden das auch nicht gut« zu präsentieren.

Als »Kram mit Unterhaltungswert« bezeichnet der studierte Fotodesigner Güthenke mit einem Schuss Humor die Installationen im lichtdurchfluteten Eingangsbereich der Kreisverwaltung an der Herzebrocker Straße 140. Der Begriff »Trecke«, altdeutsch für Schublade, steht dabei im direkten Zusammenhang mit der Schau, die Gegenstände zeigt, die oftmals einfach in einer »Trecke« abgelegt werden – oder eben auf dem Dachboden – und dort in Vergessenheit geraten.

Güthenke und Kleßmann, der zur Pressekonferenz am Mittwoch krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte, geben, wie der Fotograf selbst sagt, »diesem Kram, diesem Gerümpel« ein zweites Leben, stellen die Gegenstände in Beziehung zueinander. »Die Dinge kommen irgendwie zusammen und entwickeln plötzlich, ganz intuitiv, einen neuen Sinn«, beschreibt der 61-Jährige sein freies Schaffen mit dem Gütersloher Grafiker Kleßmann.

Was sonst in der »Trecke« landet

Auf einem alten, klappbaren Behandlungstisch des Militärs, gefunden auf einem Dachboden, tröpfelt Wasser in einer blauen Kaffeemaschine, auf einer daneben mit Fliegenklatschen drapierten Werkbank steht ein Portrait von Luise Hensel (1798 bis 1876), die viele Jahre in Wiedenbrück lebte. Das Bild der Dichterin korresponiert dabei mit Strophen eines Gedichts von Clemens Brentano, der damals in Hensel schwer verliebt gewesen sein soll. Die Dichterin aber erwiderte diese Liebe nicht. Was das alles miteinander zu tun hat? Niemand weiß es so richtig. Aber jeder kann sich Gedanken dazu machen. »Wir tauchen in eine facettenreiche Dingwelt ein. Bewusst oder auch unbewusst«, meint Güthenke.

Zweites Leben für Gerümpel

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 31. Oktober, um 18 Uhr im Kreishausfoyer eröffnet. Der Kunstverein Kreis Gütersloh tritt als Mitveranstalter auf. Nach der Begrüßung der Gäste durch die stellvertretende Landrätin Dr. Christine Disselkamp (CDU) wird die Kulturjournalistin Dr. Silvana Kreyer in die Schau einführen.

»Wir finden das auch nicht gut« ist bis zum Donnerstag, 5. Dezember, im Kreishaus zu sehen. Die Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch von 8 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr.

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