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Kreis Gütersloh

Durchschnittlich 13 Minuten bis zum Einsatzort im Kreis 

Kreis Gütersloh (gh)

Besondere Einsatzlagen und mehr Versammlungen im Kreis Gütersloh: Die Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz stellt Einsatzbilanz 2021 vor. 

Den Schwerpunkt der Einsätze der Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz im Kreis Gütersloh waren im Jahr 2021 Verkehrsunfälle. Doch es gab es auch besondere Einsatzlagen, wie die Sicherung des Impfzentrums an der Marienfelder Straße.

Kreis Gütersloh (gh) - Ob die Sicherung des Impfzentrums, eine personalstarke Begleitung von Fußballspielen, die Bedrohungslage in der Schießanlage „Rifle Ranch“ in Borgholzhausen oder ein deutliches Plus an Versammlungen: Die Polizei im Kreis Gütersloh musste im vergangenen Jahr mit besonderen Einsatzlagen umgehen. Ihre Bilanz für 2021 hat die Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz am Freitag vorgestellt.

63000 Einsätze im Jahr 2021

172 Einsätze täglich, 7,2 die Stunde: Die Beamten der Kreispolizei sind im vergangenen Jahr zu 63 000 Einsätzen ausgerückt. Das sind fünf Prozent mehr als 2020. „Eine Zunahme trotz Lockdown. Das zeigt, dass diese diverse Anlässe für Einsätze geschaffen haben“, sagt Polizeidirektor Dirk Zeller und nennt die starke Zunahme an Versammlungen als einen Grund. 54 mehr als im Vorjahr gab es 2021.

Kritisches Protestmilieu 

Das sind 180 Versammlungen, die die Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz, bestehend aus 300 Beamten, im Kreis begleitet hat. Corona und der Tönnies-Skandal waren Themen der meisten: „48 waren zum Tier- und Klimaschutz, 79 aus dem kritischen Protestmilieu wie die Spaziergänge“, skizziert Zeller und spricht von einem erheblichen Mehraufwand für die Polizei. Die Versammlungen seien jedoch bis auf wenige Ausnahmen störungsfrei verlaufen. 

„Jeder vierte Einsatz ist eine Unfallaufnahme“

Doch den Großteil der Einsätze bilden Verkehrsunfälle mit Sach- und Personenschäden sowie Unfallflucht. „Jeder vierte Einsatz ist eine Unfallaufnahme“, sagt Bastian Topheide aus der Führungsstelle der Direktion, der die Top-Zehn Einsätze 2021 darlegt. An nächster Stelle folgen Ruhestörungen (sieben Prozent), Hilfesuchen, verdächtige Personen und hilflose Personen (je sechs Prozent). 

Einsätze 2021: (v. l.) Bastian Topheide (Führungsstelle Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz), Landrat Sven-Georg Adenauer und Polizeidirektor Dirk Zeller stellten die Jahres-Einsatzbilanz vor.

Einsätze nach Dringlichkeit priorisieren

Ziel der Direktion sei es, so schnell wie möglich mit so vielen Kräften wie nötig anzurücken. Je nach Dinglichkeit würden die Einsätze koordiniert und priorisiert. Was die Einsatzreaktionszeiten – die Zeit vom Anruf des Bürgers bis die Polizei am Tatort ist – betrifft, habe man den Durchschnitt der drei Jahre zuvor übertroffen. „Wir brauchen 13 Minuten und 20 Sekunden. Das hört sich viel an, wir liegen damit aber unter dem Landesdurchschnitt von 15 Minuten. Wir sind personell gut aufgestellt“, sagt Zeller. Einberechnet in den Wert werden alle Einsätze – von der Ruhestörung bis zum Unfall. 

In unter sechs Minuten vor Ort

„Wenn es um Leib und Leben geht, sind wir schneller“, versichert Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). Wenn ein Krimineller am Ort sei, sei die Kreispolizei in etwa sechs Minuten da. In Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh zum Beispiel in unter vier bis fünf Minuten. Die Zeiten variierten, je ländlicher die Lage und wie weit entfernt die Wachstandorte und Bezirksdienste seien.

Eine besondere Einsatzlage hat 2021 der Schutz des Impfzentrums dargestellt. „Wir haben eine Gefährdungsanalyse vorgenommen und uns auf jegliche Szenarien verbreitet, um im Ernstfall reagieren zu können“, erklärt Bastian Topheide. Einsätze im vierstelligen Bereich habe es gegeben, Polizisten seien in Schichten rund um die Uhr im Einsatz gewesen. „Erwähnenswerte Fälle gab es keine.“ 

Sicherheitsgefühl in der Innenstadt

Um die Sicherheitslage geht es auch in der Präsenzkonzeption „Sichere Innenstadt Gütersloh“. Dort wurde ein 0,58 Quadratkilometer großer Bereich analysiert, der 0.52 Prozent des Zuständigkeitsbereichs der Polizei Gütersloh ausmacht. „Dort finden 16 Prozent aller Einsätze statt“, weiß Topheide. Etwa ein Drittel von Befragten gab an, dass sie sich im Bereich ZOB und Weberei unsicher fühlten. Durch Präsenz von Polizei und Ordnungsamt sollen Straßenkriminalität reduziert, Ordnungswidrigkeiten bekämpft und das Sicherheitsgefühl gestärkt werden. Auch die Bekämpfung der aktuell inaktiven Raser- und Tuningszene stünde auf der Agenda.

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