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Gütersloh

Eine Hochdruckzone an der Dalke

Gütersloh (ed) - Corona im Kesselhaus - nein, danke! An der frischen Luft, auf der Terrasse der Weberei, wurde jüngst die nagelneue Beschallungsanlage komplett ausgepackt. „10 000 Watt - 5000 links und 5000 rechts“, verkündete Frontmann Rafael Mariscal freudestrahlend via Mikrofon. 

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Dann konnte die „Mukke“ im August ja starten. Maxi und Olaf – die beiden Techniker am Pult – zogen die Flachbahnregler in Position, und die 14 auf der grünen Wiese positionierten Musiker vom GTown Rock Orchestra gaben Stoff.

Fantastisches Show-Spektakel gewinnt mit jeder Sekunde an Energie

„Let Me entertain You“, den Klassiker von Robbie Williams, schmetterte das Rock-Orchester, das wegen der gültigen Abstandsregeln nicht einmal in voller Personalstärke auftreten konnte, als richtungsweisenden Opener in die frische Abendluft. Jessica Bartkuhn, Carina Schmikale und Sänger Rafael Mariscal strapazierten ihre Stimmbänder, Hüften und Beine und beamten die 300 Konzertbesucher in ein fantastisches Show-Spektakel, das mit jeder Sekunde an Energie gewann.

Die siebenköpfige Horn-Sektion mit Laura Kuttig, Robin Hubrich, Claudia Jackwert, Maik Vagedes, Elmar Westerbarkey, Luis Altenkord und Thorsten Obeloer erschuf in Bodennähe mit drei Saxophonen, drei Trompeten und einer Posaune eine stabile Hochdruckzone, die das Stimmungsbarometer in den Liegestühlen und auf den Festzeltbänken an den Dalke-Auen auf Maximalwerte klettern ließ.

Mit reichlich Herz und wummernden Beats

Die Macht und die Kraft der Band generierten auch die im Akkord schuftenden Keyboarder Alexander Holtkamp und E-Gitarrist Henning Peters. Dazu hämmerte Drummer Andreas Tigges die mitreißenden Rhythmen, und Bassist Benedikt Walljasper fütterte die Tieftonfront im unteren Hertz-Bereich.

Mit reichlich Herz dabei waren auch die beiden brillanten Soul-Röhren Carina und Jessica, die bei den Interpretationen der Coversongs ihr eigenes Ding durchzogen und chamäleonartig Chaka Khan, Tina Turner, Gloria Gaynor, Jennifer Lopez und Destiny’s Child substituierten.

Eine Hommage an „Fettes Brot“

Coole Vibes offerierte ebenso Frontmann Rafael Mariscal, der mit seinem „Schrei nach Liebe“ den „Mukke“-Fans große Freude bereitete. Noch turbulenter wurde es, als Trompeter Luis Altenkord sein Horn beiseitelegte und gemeinsam mit Rafael losrappte. Ihr Zitat „Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?“ gestaltete ein pures Vokal-Feuerwerk und offerierte eine krönende Hommage an die Hamburger Hip-Hop-Gruppe „Fettes Brot“.

Dem Lopez-Titel „Let’s get Loud“ ging ein sonor tönendes Nebelhorn voran, das mit dem folgenden „Pump It Up“-Medley den Dezibel-Geschmack des Auditoriums einhundertprozentig traf.

Die virtuose Lektion zum Thema Musikgeschichte über fünf Dekaden wäre nicht perfekt gewesen, wenn nicht Schmikales kraftvoll artikuliertes „Aint Nobody“ atemlos durch die Nacht hallte. Die finalen Töne konterten im wummernden Offbeat und ernteten mit dem Reggae-Song „No Woman, No Cry“ wirbelnden Applaus.

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