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Gütersloh: Steuererklärungen sind ab sofort vollkommen papierlos möglich

Elster flattert online ins Haus

Gütersloh (WB). Das Finanzamt Gütersloh schafft das Elster Formular ab – und führt Elster Online ein. Wer die Mühe der Registrierung aufbringt, profitiert von einer ganz neuen, wirklich papierlosen und einfachen Methode, seine jährliche Steuererklärung abzugeben.

Stephan Rechlin

Papierformulare gibt es zwar weiterhin, doch wer seine Steuererklärung erst einmal mit Elster online ausgefüllt hat, wird es nie mehr anders handhaben. Dafür werben Maike van der Burg, Stephan Spies und Heike Kompos (von links) vom Finanzamt Gütersloh. Foto: Wolfgang Wotke

Die Steuersoftware Elster-Formular wird in diesem Jahr zum letzten Mal zur Verfügung stehen. Mit ihr ist es zwar möglich, vorgefertigte Formulare elektronisch ans Finanzamt zu schicken. Doch die Belege für Handwerkerrechnungen oder besondere gesundheitliche Belastungen mussten immer noch per Post nachgesandt werden – Scans wurden nicht akzeptiert.

Mit Elster Online bietet das Finanzamt ab sofort die Möglichkeit, die Steuerdaten online auf einem digitalen Portal einzugeben und auf den Versand von Papierbelegen zu verzichten. Der Server steht im Rechenzentrum Düsseldorf. Die Steuerdaten werden verschlüsselt via Internet übertragen. Neben der Einkommenssteuer-Erklärung können Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer sowie die Körperschaftssteuer samt ihrer Voranmeldungen und Anlagen über das Online-Portal erledigt werden. Dazu müssen Gütersloher Bürger kein Programm installieren, sondern sich nur einmal und kostenlos mit ihrer persönlichen Identifikationsnummer (oben links auf dem letzten Einkommenssteuerbescheid) registrieren.

Alte Daten werden eingefügt

Der Clou: Mit nur einem Klick können sämtliche, bisher bei Elster Formular eingegebenen Daten ins neue System übertragen werden. Das gleiche gilt für Versicherungen, Rentenzahlungen und Bescheinigungen vom Arbeitgeber. In der »vorausgefüllten Steuererklärung« auf Elster Online können diese Daten automatisch abgerufen und in die Steuererklärung eingefügt werden. Stephan Spies ist Dienststellenleiter des Finanzamtes Gütersloh: »Sind die Daten einmal integriert, spart das ungeheuer viel Zeit. Steuerzahler müssen die Angaben danach nur noch einmal pro Jahr nachvollziehen, übernehmen und vielleicht ergänzen.« Das System prüfe die eingegebenen Daten auf Plausibilität und berechne automatisch die Steuern.

Neben der Steuererklärung sei es auch möglich, elektronische Anträge, Mitteilungen, Einsprüche und Fristverlängerungen an das Finanzamt zu senden. Belege wie etwa Handwerkerrechnungen müssten nicht eingesandt, sollten aber zwei Jahre aufbewahrt werden, falls es Nachfragen gebe. In Papierform bleibe nur noch der Bescheid, der den Steuerzahlern ins Haus flattere. Spies: »Die Steuerbescheide können auch elektronisch abgerufen werden, aber aus rechtlichen Gründen müssen wir sie auch noch in Papierform versenden.«

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