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Gütersloh: Dr. Anke Knopp kritisiert Vergabe von Ehrenbürgerschaften

Erst das Geld, dann der Titel

Gütersloh (WB). Mit Werner Gehring (84, Christinen-Brunnen) soll erneut ein Unternehmer und Großsponsor zum Gütersloher Ehrenbürger ernannt werden. Dr. Anke Knopp, 2015 Bürgermeisterkandidatin und Sprecherin der Initiative „Demokratie wagen“, fragt in einer Stellungnahme, ob das noch im Sinne der Bürger ist.

Dr. Anke Knopp schlägt eine neue Vergabepraxis für Ehrenämter in Gütersloh vor. Foto: Carsten Borgmeier

Knopp sei davon überzeugt, dass längst ein Wandel in der Wertschätzung eingetreten sei, der Geld allein nicht zum ausschlaggebenden Moment mache: „Ist das noch zeitgemäß, Geldgaben und Stiftungsmäzene mit solchen kommunalen Würden zu belohnen?“ Es brauche inzwischen deutlich mehr als einen Griff ins Portemonnaie, der zudem noch steuerlich absetzbar sei, so Knopp.

Unzählige Bürger würden jahrzehntelang fürs Gemeinwohl eintreten, für das Gelingen des Zusammenlebens in Gütersloh, ohne Millionäre zu sein. Da seien die vielen Aktiven in Bürgerinitiativen, in den Vereinen, in der Freiwilligen Feuerwehr, im Naturschutz, im Hospiz, die Grünen Damen, die vielen Helfer und Übersetzer für eine gelingende Integration, die Suppenküche und auch einige verdiente Kommunalpolitiker selbst. Es gebe sie, die kommunalen Helden. Knopp: „Warum also jemanden würdigen, der lediglich Geld bietet?“

Verbesserungsbedarf sieht Knopp auch hinsichtlich der Vergabepraxis. Bisher machten der Bürgermeister und die Fraktionen Vorschläge. Der Rat entscheide in nichtöffentlicher Sitzung nach Vorberatung im Hauptausschuss. Das Vorgehen stamme aus dem Jahr 1979. Knopp: „Wir sollten unsere städtischen Kriterien für die Verleihung ändern und darüber sprechen, was einen Ehrenbürger außer Geld ausmacht.“

Passender sei ein Vorschlagswesen aus der gesamten Bürgerschaft heraus, mit anschließender öffentlicher Abstimmung, zu der jeder Einwohner zugelassen sei. Dabei könne auch Werner Gehring vorgeschlagen werden.

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