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Friedrichsdorf: SPD und BfGT spießen „neue Beweglichkeit“ der CDU auf

Erst die Häme, dann die Mehrheit

Gütersloh (WB). Zwei Zitate des CDU-Ratsherren Gerhard Feldhans werden auf Wunsch der SPD wörtlich ins Planungsausschuss-Protokoll aufgenommen. Zum einen der Satz, in dem eine Ortsumgehung in Friedrichsdorf als „Wolkenkuckucksheim“ bezeichnet wird. Zum anderen die Bemerkung über die „neue Beweglichkeit der CDU“.

Stephan Rechlin

Landtagsabgeordneter Raphael Tigges (rechts) hat Verkehrsminister Hendrik Wüst nach Friedrichsdorf geholt. Und dann? Foto: Klaus-Peter Schillig

Mit der Aussicht, den Friedrichsdorfern nach Jahren rot-grüen Stillstands endlich eine Ortsumgehung zu verschaffen, war die CDU in den Landtagswahlkampf gezogen. Umso süffisanter spießt Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) im Ausschuss jetzt die langsame rhetorische Abkehr der CDU von diesem Projekt auf: „Zunächst hat der Landtagsabgeordnete Raphael Tigges den Verkehrsminister nach Friedrichsdorf geholt und Erwartungen geweckt. Seitdem ist aber nichts wesentliches mehr passiert.“ Die unter Rot-Grün monierte Stagnation habe mit Schwarz-Gelb jetzt nur eine andere Farbe bekommen. Norbert Morkes (BfGT), erklärter Gegner einer Ortsumgehung, pflichtete bei: „Die CDU hätte den Bürgern in Friedrichsdorf von Anfang an reinen Wein einschenken müssen.“ Es sei abzusehen gewesen, dass jeder Fortschritt lange dauern und erst einmal nichts passieren würde.

Durchfahrverbot, dritter Versuch

Bei aller Häme bringt es die CDU dennoch fertig, den gesamten Ausschuss einstimmig hinter einen eigenen Antrag zu bringen: Verkehrsplaner Michael Wewer soll ein drittes Mal versuchen, ein Lkw-Durchfahrverbot in Friedrichsdorf durchzusetzen. Neue Argumente liefert zum einen Speditionsunternehmer und Ausschussvorsitzender Detlev Kahmen (CDU), der in Deutschland verschiedene Beispiele erkundet hat, in denen solch ein Durchfahrverbot durchgesetzt wurde: „Warum soll das ausgerechnet bei uns nicht möglich sein?“ Zum andere fragt Gerhard Feldhans, ob die Ortsdurchfahrt in Friedrichsdorf nach dem Rückbau nicht viel zu schmal sei, um als Ausweichstrecke im Falle von Unfällen und Staus auf den Autobahnen zu dienen: „Der Begegnungsverkehr zweier Lkws ist dort doch gar nicht mehr möglich.“ Das hätte er gern auch gutachterlich geprüft.

Die grünen Umgehungsgegner stimmen dafür, weil sie jede Verkehrsentlastung in Friedrichsdorf mittragen. Norbert Morkes teilt die Hoffnung der CDU, durch diesen Vorstoß die beiden rivalisierenden Bürgerinitiativen in Friedrichsdorf auf ein gemeinsames Ziel hin einzuschwören: „Und falls es wieder nicht klappt, könnten wir mit einer Petition oder einem Bürgerbegehren nachfassen.“

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