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Nach 187 Jahren: Elke Pauly-Teismann (44) schießt den Holzadler im Heidewald ab – mit Video

Erste Frau holt sich die Königswürde

Gütersloh (WB). 187 Jahre mussten vergehen, bis die erste Frau den Holzadler im Heidewald erlegt: Mit dem 701. Schuss hat sich Elke Pauly-Teismann jetzt in den Annalen der Gütersloher Schützengesellschaft (GSG) verewigt. Ihr Ehemann Carsten Teismann (43) hatte das Nachsehen.

Carsten Borgmeier

Elke Pauly-Teismann und ihr Ehemann Carsten Teismann. Foto: Carsten Borgmeier

Das Ehepaar lieferte sich am Montag ein spannendes Duell an den Kleinkaliber-Gewehren. Die Diplom-Pädagogin und Ehrenamtskoordinatorin bei der Stadt hatte schließlich die Nase vorn und holte um 15.05 Uhr die letzten Reste des Vogels aus dem Kugelfang. Ihrem Mann, Geschäftsführer der Fleischerei Hornberg, blieb ein gar nicht so unbedeutender Trost: Königin Elke I. erwählte ihn noch im Schießstand zu ihrem Mitregenten.

Die erste Königin der GSG langte am Montag so richtig zu: Kurz zuvor hatte die 44-Jährige den rechten Flügel abgeschossen. »Wenn schon, dann richtig«, meinte die resolute, neue Regentin der Heidewald-Schützen (400 Mitglieder). Dass sich Elke Pauly-Teismann so zielsicher in die Geschichte von Güterslohs ältestem Schützenverein eingetragen hat, daran ist ihr Ehemann schuld. Carsten Teismann ist eigenen Angaben zufolge bereits seit mehr als 25 Jahren dabei. »Vor sechs Jahren konnte ich auch Elke überzeugen, der GSG beizutreten«, so der 43-Jährige.

Auf Zack

Insgesamt erwischten die Stadtschützen am Montag einen recht zackigen Ablauf ihres Vogelschießens, das von Schießwart Günther Metze (89) geleitet wurde. Gleich mit dem 16. Schuss stand Alt-König und Oberst Carsten Kuhlmann (51) als Kronprinz fest. Sechs Minuten später schoss Thomas Grunewald (47) den Apfel aus dem Kugelfang. Als Zepterprinz ging Thorsten Lütgert (49) um 13.05 Uhr in die Geschichte des 187. Vogelschießens ein. Der linke Flügel fiel um 14.40 Uhr herab – getroffen hatte ihn Silke Rehpöhler (43), die überdies vom Vorsitzenden Patrick Seidel (38) für ihr Engagement um das GSG-Kinderschützenfest mit der Goldenen Verdienstnadel ausgezeichnet wurde. Im Gegenzug spendierte sie den trockenen Schützenkehlen 50 Liter Freibier.

In den Schießpausen erwiesen sich die beiden Biertheken bei Temperaturen um die 30 Grad größter Beliebtheit. Philip Granow (31), stellvertretender Oberst, nutzte als Moderator diese Gelegenheiten, um Anwesenden zu danken oder Jubilaren über das Mikrofon zu gratulieren. So erhielten Liesel Nöcker (72) und Ernst Brockmann (77) einen schönen Blumenstrauß und viel Applaus, weil sie vor genau 25 Jahren das Königspaar der GSG waren.

Im Publikum saß auch Horst Schmied (81), der für seine 40-jährige Treue zur GSG geehrt wurde. Das Schützenfest sei für ihn stets das Glanzlicht eines Jahres gewesen, berichtete das Thron-Mitglied von 1984 am Rande. Den gesellschaftlichen Status habe das Schützenwesen in der Stadt allerdings nicht mehr wie früher. Dennoch sei es stets ein einzigartiges Ambiente, wenn im Heidewald gefeiert werde, so Schmied.

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