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Gütersloh

Erste Schulsozialarbeiterin am  Stiftischen Gymnasium

Gütersloh (jed)

Das Evangelisch Stiftische Gymnasium in Gütersloh hat seit November eine Schulsozialarbeiterin. Und die hat eine Menge zu tun.

Alle Hände voll zu tun hat Sozialarbeiterin Gabriele Strüwe am Evangelisch Stiftischen Gymnasium. Ihre Arbeit beinhaltet auch den Umgang mit Lehrkräften und ratsuchenden Eltern.

Gütersloh (jed) - Mit solchen Vorschusslorbeeren wie Gabriele Strüwe ist bisher wohl keine der 88 Lehrkräfte am Evangelisch Stiftischen Gymnasium empfangen worden. „Schon die Ankündigung ihrer Stelle wurde im Kollegium gefeiert“, sagt Schulleiter Martin Fugmann (60).

Dabei hat die 59-Jährige mit dem Stundenplan nichts zu tun. Sie ist die erste Sozialarbeiterin an der 1852 gegründeten Schule und Ansprechpartnerin für 1100 Jungen und Mädchen. Ihr Büro hat Gabriele Strüwe über der Mensa. Ruhe und räumliche Trennung vom sonstigen Lernort ist für die Arbeit der Fachwirtin Gesundheits- und Sozialwesen von entscheidender Bedeutung. 

Hilfestellung auch bei privaten Problemen

Seit ihrem Dienstantritt am 15. November kümmert sich Strüwe um private Probleme der Schüler, hilft bei Liebeskummer, weiß Rat bei Sorgen um die Eltern, gibt bei psychischen Ängsten Hilfestellung, schreibt Beiträge für die Schülerzeitung, steht als Vertrauensperson mit Schweigepflicht für jedes Thema aus dem sozialen, persönlichen oder schulischen Bereich zur Verfügung. Mit Blick auf die zurückliegende 169 Jahre sagt die Bachelor-Absolventin in Sozialer Arbeit mit Zusatzstudium in Beratung/Management sowie Kultur/Medien: „Das ist ein Meilenstein in der Historie.“ 

Bislang gehörte die Beratung zum Lehreralltag von Tobias Beckervordersandforth und Britta Heitmann. Schulleiter Martin Fugmann hatte sich bereits bei seinem Amtsantritt 2016 eine Fachkraft gewünscht: „Schule ohne multiprofessionelles Begleitungs- und Beratungspersonal ist nicht mehr möglich. Wir sind überzeugt, wenn eine Schule eine multiprofessionelle Struktur aufbaut, verbessert sich das Lernen, was zu mehr Chancengerechtigkeit führt.“ Im Idealfall solle „das Team zum Anvertrauen die Schüler nach Möglichkeit nicht in der Schule nach Noten bewerten müssen. Das ist total wichtig.“ 

Das Warten hat sich gelohnt

Die sechs Jahre Wartezeit bis zum Eintreffen der „erklärten Wunschkandidatin“ nimmt der Direktor mit einem Augenzwinkern: „Wir warten seit Dekaden auf die Renovierung des Gebäudes. Da sind sechs Jahre Lichtgeschwindigkeit. Die Mühlen mahlen eben langsam.“ 

Wie groß der Beratungsbedarf ist, zeigt sich an einem Detail: Obwohl sie nach eigener Einschätzung „von null auf hundert eingestiegen ist“, haben sich bei der 29,5 Stunden-Kraft seit Dienstantritt im Herbst bereits vier komplette Überstundenwochen angehäuft. Dass „die Schulleitung komplett hinter mir steht, hätte ich so nicht erwartet“, bedankt sich Gabriele Strüwe bei Martin Fugmann. Aktuell beträgt die Wartezeit auf ein Vier-Augen-Gespräch außerhalb von Notfällen in der Regel ein paar Tage. 

Zum 1. April kam eine zweite Fachkraft mit einer 0,75-Stelle (bis 31. Dezember befristet) hinzu. Schulleiter Fugmann sagt: „Von 0 auf 1,5 ist eine gute Basis, um eine Struktur aufzubauen, von der aus man weiter arbeiten kann.“

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