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Woche der kleinen Künste: Solider Auftritt von Jagger-Bruder Chris

Es muss nicht immer Mick sein

Gütersloh (WB). Ein Leben als jüngerer Bruder eines weltberühmten Rockstars muss nicht unbedingt zum Schattendasein mutieren. Das hat am Mittwochabend Chris Jagger auf dem Dreiecksplatz bewiesen.

Carsten Borgmeier

Chris Jagger (71, links) liefert auf dem Dreiecksplatz einen soliden, stimmigen Auftritt ab. An seiner Seite weiß er Jesse Budd (Mitte, Gitarre), David Hatfield (Bass, rechts) sowie Elliet Mackrell (Violine, nicht im Bild) und Paul Atkinson (Drums). Foto: Carsten Borgmeier

Jagger? Der Bruder von Mick Jagger (76), dem Rolling Stone? Ja, exakt der. Statt aber nur ein Stones-Double darzustellen, weiß der 71 Jahre alte Sänger und Gitarrist während der Woche der kleinen Künste mit solidem, eigenen Stil zu beeindrucken: Rhythm & Blues, Cajun-Elemente aus Louisiana und eine derbe Portion Folk – das ist Chris Jagger.

Britische Coolness trotz Technik-Probleme

Eine unterhaltsame Mischung, die er äußerst locker und gut gelaunt bei dem einen oder anderen Schlückchen Pils vor mindestens 2000 Gästen mitten in Gütersloh zelebrierte. »Guten Abend«, begrüßte er sein Publikum in gebrochenem Deutsch, »alles gut in Gutersloh?«

Er, der sich mit seiner britischen Coolness auch bei anfänglichen, kleinen Problemen an der Gitarre nicht aus dem Konzept bringen ließ, rief bei seinen Zuhörern kein frenetisches Jubelgeschrei hervor; aber ohne Zugaben ließen sie ihn und seine ebenso abgeklärte Band nicht von der Bühne.

Chris Jagger hat es auch gar nicht nötig, alle von den Stühlen zu reißen: Die vielen Alben und Projekte des 71-Jährigen, der sich seit Jahrzehnten für ein freies Tibet und den Dalai Lama einsetzt, sind auch Treffen der ganz Großen der Musikszene, die dem Songschreiber die Ehre erwiesen – von David Gilmour über Dave Stewart und Sinead O’Connor bis Bruder Mick himself.

Auch der zweite Teil zündet

Auch das zweite Kapitel am Mittwochabend auf dem proppevollen Dreiecksplatz war ein wunderbares: Bühne frei hieß es um kurz vor 22 Uhr für Hannah Williams & the Affirmations. Mal sanft, mal kraftvoll ließ die neue Diva des britischen Soul die Oktaven purzeln.

Bereits Ihre erste Single »Work it out« 2012 hatte weltweit für Furore gesorgt. Ihre Stimme soll im Kirchenchor geprägt worden sein und sorgte für Stimmung in Gütersloh. Ihre Musik präsentierte sich von Bläsern getränkt voller Power. Die Bühne brannte förmlich, das Publikum jubelte.

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