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Hotel- und Gaststättenverband formuliert Forderungskatalog vor der Bundestagswahl

»Fair schmeckt’s besser«

Gütersloh (WB). »Gleiche Steuern für Essen«, fordert Hauptgeschäftsführer Thomas Keitel auf der Dehoga-Jahreshauptversammlung in Rietberg. Das ist aber nur ein Punkt von weiteren Appellen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Ostwestfalen an die großen Parteien vor der Bundestagswahl.

Wolfgang Wotke

»Gleiche Steuern für Essen«: Auf der Jahreshauptversammlung der Dehoga in Rietberg steht dieser Punkt im Vordergrund. Man will mehr Steuergerechtigkeit. Foto: Wolfgang Wotke

Das Wirtshaussterben auf dem Lande oder das Verschwinden klassischer Restaurants aus den Innenstädten machten deutlich, dass die Wettbewerbsfähigkeit der arbeitsintensiven Gastronomie dringend einer Stärkung bedürfe.

Voller Steuersatz als Wettbewerbsnachteil

»Für Deutschlands Gastronomie bedeutet der volle Steuersatz einen knallharten Wettbewerbsnachteil, insbesondere gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel, der sein Sortiment verzehrfertiger Essensangebote signifikant ausgeweitet hat und weiter ausbaut«, erklärte Keitel am Montag auf der schwach besuchten Jahreshauptversammlung in den Räumen des Cafés »Lind am See«.

Für diese Angebote zum Mitnehmen gelten sieben Prozent Mehrwertsteuer, für die Speisen im Restaurant 19 Prozent. Das sei einfach nicht mehr hinnehmbar. »Hier müssen alte Zöpfe endlich abgeschnitten werden. Aber manche Politiker sind zu feige.«

Wertschätzung für die regionale Küche

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Der Dehoga befürworte ausdrücklich den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel, wie er aktuell in 21 von 28 EU-Staaten gelte. Thomas Keitel: »In 17 EU-Staaten wird zwischen dem Essen aus dem Supermarkt, dem Essen im Gehen, im Stehen und dem Essen im Restaurant steuerlich kein Unterschied gemacht. So zeigt sich Wertschätzung für die regionale Küche, die frische Zubereitung und die öffentlichen Wohnzimmer der Gesellschaft.«

Man erwarte jetzt, dass Essen steuerlich gleich behandelt werde, unabhängig von der Art der Zubereitung und des Verzehrortes. »Wir fordern von der Politik mehr Steuergerechtigkeit und mehr Wertschätzung für die Zukunftssicherung unserer Familienbetriebe und Restaurants.« Denn: Fair schmecke es auch den Gästen besser.

4,1 Prozent mehr Übernachtungen

Weiterhin müsse man das Arbeitszeitgesetz flexibilisieren im Hinblick auf eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden, statt einer starren täglichen Höchstarbeitszeit, und den Mindestlohn verträglicher machen.

Der Umsatz sei in 2016 zufriedenstellend (plus drei Prozent in Nordrhein-Westfalen) gewesen. Ein Plus gebe es auch bei den Übernachtungszahlen: Der Kreis Gütersloh verzeichnete einen Anstieg um 4,1 Prozent (582.155 Übernachtungen).

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