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Gütersloh

Forschungsprojekt kreist um Privatgärten

Gütersloh (din) - Wie lässt sich biologische Vielfalt in Privatgärten fördern? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Forschungsprojekt, an dem die Stadt Gütersloh als eine von zwei Kommunen bundesweit beteiligt ist. Außerdem nimmt die Gemeinde Aumühle (3000 Einwohner) in Schleswig Holsten als zweiter kommunaler Partner teil.

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Die Förderung der Artenvielfalt in privaten Gärten ist ein Ziel des Forschungsprojekts unter Beteiligung der Stadt Gütersloh. Foto:

Wie kam es dazu? Das Projekt trägt den Namen „Gartenreich“. Es geht um Präferenzen und Hemmnisse für die Gestaltung artenreicher Privatgärten. Die Leitung hat Professorin Dr. Alexandra Dehnhardt vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin. Weitere Partner sind die Technische Universität Berlin, die Universität Jena, der Verein Naturgarten und der Naturschutzbund. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Der Kontakt kam im August 2019 zustande, nachdem die Professorin auf das Biodiversitätsprogramm der Stadt Gütersloh und die Aktivitäten der Umweltberatung im Bereich „Lebendige Gärten in Gütersloh“ aufmerksam geworden war. Privatgärten gelten bisher als wenig erforscht. Als Problem erkannt wurde jedoch, dass auch dort die Strukturen- und Artenvielfalt zurückgehen. Andere Trends sind nicht standortgerechte Pflanzen und – als ein Extrem – Schottergärten.

Gleichzeitig ist ihre Bedeutung nicht zu unterschätzen. In einer Projektbeschreibung für den Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz heißt es: „Privatgärten stellen flächenmäßig, aber auch als sogenannte Trittsteine, ein enormes Potenzial zur Erhöhung der Artenvielfalt im urbanen Bereich dar.“

Meist seien sie indes nicht in Verbandsstrukturen oder Netzwerken organisiert und aufgrund dessen nur schlecht mit öffentlichen Programmen oder als Forschungsgegenstand zu erreichen. Ziel des Projekts ist – außer einer Bestandsaufnahme – Handlungsbedarfe und Möglichkeiten zu ermitteln. Den Projektpartnern soll geholfen werden, geplante oder bestehende Initiativen zum Thema ‚mehr Vielfalt in Gärten‘ umzusetzen, um auf diesem Weg die Privatgärten artenreicher zu gestalten.

In einer ersten Projektphase wird die städtische Umweltberaterin Beate Gahlmann mit sechs zusätzlichen Wochenstunden für das Projekt arbeiten. Die zweite Projektphase, die vom Ministerium gefördert wird, soll über drei Jahre laufen und Umfragen sowie die Entwicklung von Konzepten und Strategien umfassen. Workshops sollen angeboten werden, und in beiden Kommunen sollen pilothafte Anwendungen von artenfördernden Maßnahmen in ausgewählten Gärten erfolgen. Die Stadt Gütersloh will dazu eine zusätzliche halbe Stelle einrichten. Der kommunale Anteil von 181 000 Euro für Personal- und Reisekosten soll aus den Fördermitteln bestritten werden, wie die erste Beigeordnete Christine Lang am Montag im Ausschuss berichtete.

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