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Gütersloh

Gastwirte sollen entlastet werden

Gütersloh (din) - Wie lässt sich die Gastronomie in Zeiten von Corona fördern. Die SPD will Gastwirten in diesem Jahr die Gebühren für die Außengastronomie erstatten. Auch die Verwaltungsspitze hat sich eine Lösung überlegt.

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Hotels und Gaststätten gehören zu den Branchen, die am meisten von der Corona-Pandemie gebeutelt sind. Über Wochen mussten sie de facto schließen und hatten keine Einnahmen, wenn sie nicht Lieferdienste oder einen Außer-Haus-Verkauf eingerichtet hatten. Auch draußen durfte trotz sommerlichen Wetters nicht geöffnet werden. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts ist der Umsatz im Gaststättengewerbe bundesweit im März gegenüber dem Vorjahresmonat um gut 45 Prozent eingebrochen. Seit dem 11. Mai sind die Betriebe nun wieder geöffnet, aber nur unter Auflagen und mit weniger Gästen wegen der Abstandsregeln.

Die SPD-Fraktion im Rat hat jetzt beantragt, die Stadt möge den Gastronomen die Gebühren für die Außengastronomie in diesem Jahr erlassen und für 2020 bereits gezahlte Gebühren zurückerstatten. Gleichzeitig soll die Stadt eine großzügigere Nutzung von Außenbereichen gestatten, wobei andere Erfordernisse wie die Verkehrssicherheit zu berücksichtigen seien. „Die Corona-Krise hat die Gastronomie-Branche ganz besonders getroffen“, erklären der Fraktionsvorsitzende Thomas Ostermann und Ratsherr Volker Richter im Antrag für den Finanzausschuss am 23. Juni. Die Auflagen führten zu weiteren Belastungen und Umsatzeinbußen.

„Bei gleich hoher Kostenbelastung wird es um so schwieriger, Gastronomie und auch Außengastronomie profitabel zu betreiben.“ Insbesondere in der Sommersaison sei die Bewirtung im Freien eine attraktive und aus Infektionsschutz-Gesichtspunkten sinnvolle Ausweichmöglichkeit. Ostermann und Richter: „Um die Gütersloher Gastronomie in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, fordern wir daher den temporären Verzicht auf die Sondernutzungsgebühren und bitten die Verwaltung um ein Entgegenkommen bei der Nutzung von Flächen zur Außengastronomie.“

Nach Auskunft von Stadtsprecherin Susanne Zimmermann wird die Gebühr für die Sondernutzung der Außengastronomie im Juli fällig. Sie beträgt laut Satzung 18 Euro je Quadratmeter und Monat. Um Ausfallzeiten der Nichtnutzung etwa bei schlechtem Wetter zu kompensieren, werde üblicherweise nur der Zeitraum von Mai bis September abgerechnet. Die Inanspruchnahme der Flächen werde ganzjährig geduldet. Es seien rund 50 Betriebe aus der Gastronomie, die eine Sondernutzungsgebühr zu zahlen haben. Zimmermann: „Dort, wo es räumlich möglich ist, (soll) die kostenfreie Nutzung von zusätzlicher Fläche gestattet werden. Wo dies nicht möglich ist, soll die Gebühr analog zur geringeren Sitzplatzanzahl reduziert werden.“ Darauf hätten sich Kämmerin Christine Lang und Bürgermeister Henning Schulz (CDU) verständigt.

Unterdessen erklärte der Landtagsabgeordnete und Ratsherr Raphael Tigges bei einem Besuch des Hotelrestaurants Waldklause: „Es ist nun wichtig, auch seitens der Politik, positive Signale zu senden. Wir brauchen gute Stimmung und Zuversicht. Die Menschen sollen die Lokale besuchen und die Erfahrung machen, dass Ausgehen auch unter den etwas veränderten Bedingungen eine schöne Sache ist“, sagte Tigges laut Mitteilung. Die Waldklause hatte nach Aussage der Inhaberin Carmen Stickling zuletzt in die Modernisierung von Hotel, Restaurant und Saal investiert. „Darum hat uns der Lockdown sehr hart getroffen.“

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