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In der Christus-Kirche puzzeln Kinder kleines Kunstwerk zusammen

Gebetsraum mit Lego-Stadt

Gütersloh (WB). Die Gottesdienste der Evangelischen Freikirche Gütersloh sind generell gut besucht. Doch am Sonntagmorgen ist kaum noch ein Stuhl frei, als Pastor Holger Mix seine Schäfchen zum Familien-Gottesdienst begrüßt – und das vor ungewöhnlicher Kulisse: An der langen Innenfensterfront der Christus-Kirche zieht sich eine Mini-Stadt mit Häusern und Gärten hin. In zweitägiger Fleißarbeit haben 45 Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren mit mehr als 100.000 Legosteinen ein beeindruckendes Kunstwerk zusammengepuzzelt. Ein bisher einmaliges Projekt,

Uwe Caspar

Ungewöhnliche Kulisse in der Christus-Kirche: 45 Kinder haben an zwei Tagen eine Lego-Stadt zusammengepuzzelt. Hier bewundern sie ein letztes Mal ihr kleines Kunstwerk, denn schon kurz nach dem Gottesdienst beginnt der Abbau der Plastik-Town. Foto: Uwe Caspar

Doch die 250 erschienenen großen und kleinen Menschen können die Plastik-Town in der Kirche nicht allzu lange bewundern. „Schon in einer Stunde beginnt der Abbau. Ich könnte heulen“, bedauert Holger Mix nach seiner Predigt die kurze Verweildauer der Lego-Stadt „Made in Gütersloh“. Beim Zusammensetzen wurden die Kids von Ulrich Schmidt und Joels Wecke unterstützt, zwei Mitarbeiter der EFG. „Wir haben aber nur ein bisschen geholfen. Die Kinder konnten die Stadt nach ihren Vorstellungen errichten und dabei ihre Kreativität entwickeln“, erzählt Wecke, der zusammen mit seinem Kollegen auch die Demontage von Klein-Gütersloh koordiniert. „Finden wir genügend freiwillige Helfer, brauchen wir nur zwei Stunden für den Abbau“, gibt sich Joels Wecke optimistisch.

Aktuell hat die Evangelische Freikirche 250 Mitglieder

„Wir wollen eine lebendige, wenig traditionsbehaftete Kirche sein und auch die Kinder erreichen“, freut sich Holger Mix, dass die Lego-Stadt so großes Interesse gefunden hat. Lebendig und locker gestaltet sich am Sonntag auch der Gottesdienst, den eine aus drei Brüdern bestehende Familienband begleitet. Während sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche Mitgliederschwund beklagen, verzeichnet die am Westfalenweg beheimatete Freikirche eher Zuwächse. Aktuell hat sie 250 Mitglieder, dazu kommen noch rund 150 Gäste. Das liegt nicht zuletzt an den zahlreichen Aktionen, die Pastor Mix und seine Helfer ihrer Gemeinde anbieten. Sehr beliebt ist vor allem der alle zwei Jahre stattfindende „Ostergarten“, der bis zu 3000 Besucher anlockt. Die 1949 gegründete Freikirche engagiert sich im sportlichen Bereich ebenfalls: In diesem Sommer richtet sie das 1. GT-Basketball-Camp aus.

Pastor Holger Mix

Dass seine Gemeinde trotz ihres langen Bestehens nicht so bekannt sei in der Dalkestadt, führt Holger Mix darauf zurück, „dass unsere Stadt landeskirchlich geprägt ist“. Der 46-Jährige hebt dennoch die gute Zusammenarbeit mit anderen Konfessionen hervor: „Immer Ende Januar treffen wir uns zu einer gemeinsamen Gebetswoche.“ Kirchensteuer wird nicht erhoben, die EFG finanziert sich ausschließlich durch Spenden. „Bei uns geschieht alles freiwillig. Keiner wird gezwungen und gegängelt“, betont Pastor Mix, der einer fortschrittlichen Kirche vorsteht.: In ihren Räumen darf auch eine Lego-Stadt entstehen.

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