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Sänger Max Herre ist Überraschungsgast bei der Woche der kleinen Künste

Große Namen, großes Publikum

Gütersloh (WB). Barbara Dennerlein, Wolfgang Haffner, Max Herre – es ist ein Abend der großen Namen am Dienstag während der Woche der kleinen Künste und deshalb ein wenig anders als das Konzept, das die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz sonst verfolgt. Denn üblicherweise sind es die musikalischen Geheimtipps, die im Mittelpunkt stehen.

Stefan Lind

Überraschungsgast Max Herre tritt am Dienstag Abend auf dem Dreiecksplatz zusammen mit der Band »Web Web« auf. »Lass gehen« fordert er in einem Song sein Publikum auf, und die Gütersloher singen gerne mit. Foto: Stefan Lind

Aber zur 20. Auflage der Woche kann man sich als Veranstalter durchaus mal so ein Star-Aufgebot leisten. Ja, die Organisatoren haben sogar bis zum Schluss ein Geheimnis daraus gemacht, wer denn der prominente Jubiläumsgast sein wird, der da mit dem Jazzquartett »Web Web« auftritt. Dass Max Herre kommt, dringt erst wenige Stunden vor Konzertbeginn an die Öffentlichkeit – ganz bewusst, wie Hans Hermann Strandt, Vorsitzender der Kulturgemeinschaft, erläutert: »Das Konzert mit Max Mutzke 2016 hat uns an die Grenzen unserer Möglichkeiten gebracht.« Noch mehr Zuschauer wie vor drei Jahren (es waren 6000) seien kaum denkbar in der Innenstadt.

Allerdings: Die sozialen Medien sind so schnell im Weiterverbreiten von Nachrichten, dass am Dienstag der alte Besucherrekord zumindest in Gefahr gerät. Voll ist es, richtig voll, und ob das Auditorium nun wegen Max Herre, Barbara Dennerlein oder Wolfgang Haffner gekommen ist, tut letztendlich nichts zur Sache. Es kommt auf die gute Musik an, und die gibt es reichlich – ergänzt durch ein geradezu mediterranes Feeling angesichts der ausgesprochen lauen Temperaturen.

Dennerlein und Haffner begeistern

Herre und die Herren von »Web Web« (darunter Bassist Christian von Kaphengst, der schon zum fünften Mal auf dem Dreiecksplatz spielt) finden nach der Umbaupause ebenso schnell in den sommerlichen Groove wie zuvor Barbara Dennerlein und Wolfgang Haffner. Die beiden spielten in einer Band zusammen, als sie gerade volljährig wurden, und seitdem nicht mehr. Deshalb sagten sie mit Begeisterung zu, als die Einladung kam. »In dieser Kon­stellation gibt es sie nur bei uns zu erleben«, ist Hans Hermann Strandt sichtlich stolz auf den Coup, der den Veranstaltern gelungen ist. Am Montag trafen sich die beiden Ausnahmemusiker zu einer mehrstündigen Verständigungsprobe, am Abend darauf sind sie so mit sich im Reinen, als wären sie seit Jahren gemeinsam auf Tournee. Vom Blues über Boogie geht es bis zum funkigen »Make It Spicy«, bei dem auch Haffner, der sich sonst auf die Begleitung konzentriert, groß herauskommt. Respekt, das ist ganz großes Kino!

Pünktlich zu Max Herre (»Gütersloh, wie geht’s? Ihr seht gut aus«) hat sich sein Fanclub vor der Bühne versammelt. Und auch wenn die Musik von »Web Web« etwas gewöhnungsbedürftig ist, so ist schnell klar: Hier wollen alle Beteiligten richtig Spaß haben. Und das gelingt ihnen durchaus überzeugend.

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