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Gütersloh

Grüne füllen den Dreiecksplatz

Gütersloh (din) - Prominente Hilfe aus Berlin haben die Grünen am Freitag im Kommunalwahlkampf erhalten. Die Co-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock (39), von manchen auch als künftige Kanzlerkandidatin gehandelt, warb für die Anliegen der Partei und die grüne Bürgermeisterkandidatin Gitte Trostmann.

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Ob es nun die Spitzenpolitikerin war oder der freitägliche Termin auf dem Dreiecksplatz im Vorfeld der Reihe Klangwandel(n): Einige hundert Besucher säumten den Platz. Die 100 mit Hilfe von Poolnudeln in korrektem Abstand platzierten Stühle reichten bei weitem nicht aus.

„Ja, ich will Bürgermeisterin in Gütersloh werden“, sagte Gitte Trostmann. „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“, nannte die 43-jährige Kommunalpolitikerin einen Grundsatz ihres Handelns. Die Folgen des Klimawandels habe auch Gütersloh mit heißen Sommern und Starkregen schon zu spüren bekommen. Städte wie Gütersloh müssten ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. „Wir brauchen ein Umdenken beim Thema Verkehr“, sagte Trostmann und forderte eine Förderung des Bus- und Radverkehrs. Sie schlug ein kommunales Innovationszentrum für Start-ups vor. „Wirtschaft und Umwelt können zusammen funktionieren“, betonte Trostmann. Sie wolle Klimaschutz als Bürgermeisterin zur Chefinnensache machen.

„Ich finde, Gitte Trostmann wäre eine super Bürgermeisterin“, sagte Annalena Baerbock. „Ich sehe, einige klatschen nicht. Aber vielleicht können wir Sie noch überzeugen.“ Die Parteivorsitzende, die am Tag vor der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen in Dortmund in Gütersloh Station machte, setzte sich mit den Folgen der Corona-Krise auseinander. Sie wolle „nicht noch einmal erleben, dass Schulen schließen, weil uns nichts Besseres einfällt“. Baerbock: „Jedes Kind in diesem Land ist gleich viel wert, und jedes Kind hat ein Recht darauf, unterrichtet zu werden.“ Öffentliche Gelder müssten überdies klimaneutral eingesetzt werden, forderte die Grünen-Politikerin.

Das Timing der Veranstaltung und ein Musikbeitrag im Vorfeld hatten zu Irritationen geführt. „Irgendwie paradox“ fand Michael Grohe, Mitveranstalter der Reihe Klangwandel(n), dass die Wahlkampfkundgebung samt vorgeschalteter Live-Musik von der Stadt auf dem Platz genehmigt worden war, wo doch anschließend eine Ton- und Lichtinstallation folgen sollte.

Was paradox ist

Grohe: „Dass die Wahlkampfveranstaltung dort stattfindet war im Vorfeld klar. Auch das Equipment dazu wurde über uns vermittelt und aufgebaut. Die spontane Aktion der Grünen, dem Ganzen vorab noch einen Konzertcharakter zu geben, und dies genehmigt zu bekommen, fand ich paradox - zumindest an dem Tag, an der Stelle und zu der Uhrzeit, die genau der Reihe Freitag 18 entspricht. Die anschließende Ton- und Lichtinstallation widmete sich schließlich dem Thema das unter anderem genau dort alle Konzerte abgesagt wurden. Das hat sowohl Musiker als auch Veranstalter der Klangcollagen irritiert.“

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