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Angeklagter (37) ist geständig - Urteil könnte schon Donnerstag fallen

Gütersloh: Prozess um Unfalltod von Popstar Saulic beginnt

Gütersloh/Bielefeld

Am Amtsgericht in Gütersloh beginnt am Donnerstag, 20. Januar, der Prozess um den Unfalltod des serbischen Sängers Saban Saulic. Angeklagt von der Staatsanwaltschaft Bielefeld ist ein 37-jähriger Gütersloher.

Von dpa/WB

Mit dem silbernen Mazda fährt der Angeklagte im Februar 2019 auf der Autobahn 2 in Höhe Gütersloh auf einen im Stau stehenden Seat auf. Der serbische Volkssänger Saban Saulic stirbt dabei. Foto: Carsten Borgmeier

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung in zwei Fällen, fahrlässige Körperverletzung in einem Fall, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis vor.

Nach Justizangaben ist der Angeklagte geständig. Der Gütersloher Gerichtsdirektor Axel Meyer geht bei dieser Ausgangslage davon aus, dass noch am Donnerstag ein Urteil gesprochen wird. Der Prozess sollte eigentlich schon im März 2020 beginnen, war aber conorabedingt verschoben worden.

Bei dem Auffahrunfall starb auch Saulics Keyboarder Mirsad Keric (43). Ein dritter Insasse wurde nicht verletzt.

Ereignet hatte sich der Unfall in den frühen Morgenstunden des 17. Februar 2019 auf der Autobahn 2 bei Gütersloh. Dort soll der Angeklagte  auf einen am Stauende haltenden Seat aufgefahren sein. In diesem Seat saßen der Fahrer sowie Saban Saulic und sein Keyboarder. Die drei Männer waren nach einem Konzert am Vorabend in Bielefeld auf dem Weg zum Flughafen Dortmund. Von dort aus wollten die Musiker in ihre Heimat nach Belgrad fliegen.

Saulic war ein Superstar in seiner Heimat. Weil viele seiner Anhänger aus dem ehemaligen Jugoslawien in der Bundesrepublik leben, hatte er auch hierzulande eine große Fangemeinde. 

Seine Fans nannten ihn den „König“ (Kralj) - er war einer der beliebtesten Interpreten der Unterhaltungsmusik des Balkans, einer Mischung aus Schlager, Pop und Volksmusik.

Geboren wurde Saulic am 6. Mai 1951 im westserbischen Sabac in ärmlichen Verhältnissen. Schon als 18-jähriger wurde er ein Star, als er in der mazedonischen (heute: nordmazedonischen) Kleinstadt Bitola als Soldat in der damalige Jugoslawische Volksarmee diente und nebenbei den Hit „Daj te mi utjehu“ (Gib mir Trost) aufnahm. Damit etablierte sich Saulic als feste Größe der jugoslawischen Popmusik, die er bis zu seinem Tod blieb.

Zu Lebzeiten brachte er 23 Singles, 32 Alben und zwei Best-Of-Alben heraus. Er trat nicht nur im ehemaligen Jugoslawien beziehungsweise den daraus entstandenen Nachfolgestaaten auf, sondern auch in zahlreichen westeuropäischen Ländern und den USA.

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