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»Macht’s gut«: Liedermacher hinterlässt bei seinen Gütersloher Fans einen nachhaltigen Eindruck

Hannes Wader auf Abschiedstour

Gütersloh (WB). »Ich freue mich sehr, heute bei euch in Gütersloh zu sein – auf meinem ersten Konzert meiner letzten Tournee«: Vor etwa 1000 Fans hat Hannes Wader seinen Abschied von der Bühne gefeiert. Der 75-Jährige, einer der bekanntesten Liedermacher Deutschlands, trat am Freitag in der ausverkauften Stadthalle auf.

Gabriele Grund

Den Auftritt von Hannes Wader in der Gütersloher Stadthalle haben am Freitag 1000 seiner Fans erlebt. Foto: Gabriele Grund

Das mehr als zwei Stunden dauernde Gastspiel war mit dem Titel »Macht’s gut« überschrieben. Wader glänzte mit melancholischer Gelassenheit, biografischer Poesie und bissiger Sozialkritik. Dem Publikum bescherte der Sänger und Gitarrist Glücksmomente und Gänsehaut; immer wieder gab es frenetischen Beifall. Sein letztes Konzert will er am Donnerstag, 30. November, in Berlin spielen.

Wunderbarer Querschnitt seiner erfolgreichsten Lieder

1942 in Bielefeld geboren, trat Hannes Wader mit Mitte 20 erstmals auf einem Songfestival auf. Gemeinsame Auftritte mit Reinhard Mey, Knut Kiesewetter oder Konstantin Wecker prägten seine Karriere. Doch Wader singt nicht nur einfach nette Liedchen. Seine rhetorisch kraftvollen Zeilen vermitteln Botschaften, sind gesellschaftskritisch, politisch, mahnend, sarkastisch aber auch sehnsüchtig, zuversichtlich.

Der von einem turbulenten Leben geprägte Rebell nistet sich mit seinen Liedern seit Jahrzehnten in Köpfe und Herzen seiner Zuhörer ein. Von Georges Brassens und Bob Dylan beeinflusst, füllt Wader mit seiner Sangeskunst große Konzertsäle. Er steht für anspruchsvolle, politische und soziale Volkslied-Kultur. »So vergeht Jahr um Jahr, und es ist mir längst klar, dass nicht bleibt, dass nichts bleibt, wie es war.« Mit einem wunderbaren Querschnitt seiner erfolgreichsten Lieder, aber auch aktuellen Titeln begeisterte Wader vom ersten Ton an.

Biografische Eindrücke und Anekdoten

Seine Anhänger lieben und schätzen seine autobiografischen Songs, wie »Erinnerung« (1980), das vom Original als »Rock and Roll I gave you the best Years of my Life« von Kevin Johnson komponierte und von Hannes Wader »sehr frei« ins Deutsche übertragene »Damals« (1985) und natürlich der größte Erfolgsklassiker aus dem Jahr 1972 »Heute hier, morgen dort«, dem mit er, von begeisterten Beifall begleitet, den Konzertabend eröffnet hat.

Unaufgeregt, tiefgründig und voller Melancholie erzählt und erklärt er die Hintergründe seiner Lieder und gibt biografische Einblicke und bewegende Anekdoten preis. So wie »Begegnung«. Ein großer Abend, der in Erinnerung bleiben wird.

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