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Gütersloh: Drei Gruppen im Kreistag sind gegen Bürgerschutzzentrum in Spexard

Heiße Debatte um Standort

Gütersloh (WB). Es muss ein geheimes Bündnis geben, aus Kreisverwaltung, Feuerwehr, Rettungsdienst und vielleicht noch der CDU. Das vermutet jedenfalls Michael zur Heiden, aus Rheda-Wiedenbrück stammendes Kreistagsmitglied der FDP. So erdrückend empfindet er die Art, in der für einen Umzug der Kreisfeuerwehrschule von St. Vit nach Gütersloh argumentiert wird.

Stephan Rechlin

Bis Feuerwehr und Rettungsdienst im Kreis Gütersloh ein neues Bevölkerungsschutzzentrum bekommen, muss im Kreishaus noch viel geprüft werden. Foto: dpa

»So ein Bündnis gibt es nicht«, widersprach Landrat Sven-Georg Adenauer gestern im Kreisausschuss. Aus der Debatte um die zwischen 16,9 und 21,6 Millionen Euro teure Investition in ein Bevölkerungsschutzzentrum an der Verler Straße in Spexard sind drei fraktionsübergreifende Gruppen erkennbar, die derzeit noch gegen einen Neubau an dieser Stelle sind.

1. Das sind an erster Stelle jene Abgeordnete, die wie Michael zur Heiden aus Rheda-Wiedenbrück kommen und sich dafür einsetzen, dass wichtige Einrichtungen des Kreises nicht allesamt zentral in Gütersloh angesiedelt werden. In der CDU-Fraktion sind es Elisabeth Witte, Martin Schröder und Henrika Küppers, die auf einen Verbleib in St. Vit drängen. Weil die Investition dort vorerst auf eine Fahrzeughalle und damit gerade einmal drei Millionen Euro begrenzt werden kann. Weil die Stadt dort Erweiterungsmöglichkeiten anbietet und dem Kreis bei deren Realisierung weit entgegen kommen möchte. Dr. Annegreth Schütze (UWG) aus Rheda-Wiedenbrück weist auf viele offene Fragen in Spexard hin: »Bisher geht es doch nur um eine Prüfung, oder?«

2. Für die Grünen kommt eine Zustimmung zu Spexard nur in Frage, wenn exakt festgelegt wird, wo eine erforderliche Ausgleichsfläche für das wertvolle Feuchtbiotop an der Autobahn 2 entstehen soll und ob es tatsächlich gleichwertig sein wird. Diese von Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) formulierte Bedingung tragen auch Liane Fülling (SPD) und Arnold Weßling (CDU) mit. Lieber wäre ihnen, wenn der Kreis anderswo eine Alternative finden würde.

3. Die wird auch in der Gütersloher CDU gefordert. Ratsfrau und Kreistagsmitglied Monika Paskarbies (CDU) weist auf die enorme Verkehrslast auf der Verler Straße hin; Helen Wiesner fragt nach dem Pendlerparkplatzes an der Autobahnauffahrt und nach Lärmschutzmaßnahmen. Vom CDU-Ratsfraktionsvorsitzenden Heiner Kollmeyer hat der Kreis Vorschläge für alternative Standorte in Gütersloh erhalten, die Dezernent Thomas Kuhlbusch prüfen wird. Deren genaue Lage möchte er nicht verraten, um keine Preislawine loszutreten.

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