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Gütersloh

Holi-Chill und „Börning-Man“ im Wapelbad

Gütersloh (dop) - „Handtuch, Badehose und eine Konzeptmappe bleiben in meiner Tasche, aber das Bad wird 2021 gewechselt.“ Michael Grohe, Medien-Designer und seit Jahren agiler Eventmanager vor allem im Gütersloher Parkbad, wird künftig Veranstaltungen im Wapelbad organisieren.

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Will der Kultur in Coronazeiten einen Rettungsring zuwerfen: Eventmanager Michael Grohe verlässt das Gütersloher Parkbad und wird künftig im Wapelbad aktiv sein.

Fünf Jahre lang hat der ideenreiche 52-Jährige publikumswirksame Events vom Reggae Summer Splash bis zum Streetart-Festival in „Ostwestfalens schönstem und denkmalgeschützten Planschbecken“ auf die Beine gestellt. „Aber die anhaltenden Auseinandersetzungen mit den Anwohnern wegen Lärm- und Verkehrsbelästigung sowie die unsichere Weiterbetreibung des Parkbads durch Pächter Franz-Josef Füchtenschnieder (der gültige Pachtvertrag ist zum 28. Februar kündbar) „haben meine Motivation sinken lassen. Mit fehlt die Perspektive“, gesteht Grohe. Er stellt aber auch klar, dass er nicht im Streit gehe, sondern sich einfach künftig aufs Wapelbad konzentrieren will.

Dabei hatte er sich in den vergangenen Monaten via Facebook noch ordentlich mit dem dort verantwortlichen „Bademeister“ Matthias Markstedt behakt. „Ich habe ihn kritisiert, weil er in Coronazeiten die Riesenflächen im Wapelbad nicht genutzt hat, um Künstlern dort Auftritte zu ermöglichen“, erzählt Grohe. „Das wäre mit gebührendem Abstand dort problemlos möglich gewesen.“

Die beiden Macher sprachen sich aus, entdeckten offensichtlich Übereinstimmungen und wurden handelseinig. „Es wird dort 2021 außer den beliebten Wapelbeats, die nach wie vor von einem erprobten Team gemanagt werden, neue Veranstaltungen, Konzerte oder auch Installationen geben“, verrät Grohe. „Wir planen vorsichtshalber ganz coronakonform ein Programm, das voraussichtlich nicht vor Ostern startet. Es sind aber schon einige Auftritte optioniert.“ Ab Ende Januar soll mit der konkreten Organisation und Umsetzung begonnen werden.

Man werde ordentlich „Soul“ brauchen, um der Kulturszene wieder Leben einzuhauchen. „Weshalb wir auch unter diesem Motto Events mit reichlich Seele und Leidenschaft“ planen, sagt Grohe. Los gehen soll es mit vier Soul-Bands aus der Region. Dann findet erstmals im Rahmen des Gütersloher Sommers ein Konzert im Wapelbad statt. Statt des üblichen Holi-Festivals wird erstmals ein „Holi-Chill“ angeboten. Der wilde Trubel im Farbrausch soll gegen ein Picknick auf der grünen Wiese – mit weitem Abstand – und farbigem Nebelfeuerwerk getauscht. „Dafür gibt es spezielle Pyrotechniker, die da zum Einsatz kommen. Und dann will sich Michael Grohe noch einen langgehegten Traum erfüllen: eine ostwestfälische Variante des US-Festivals „Burning Man“, genannt „Börning Män“.

„Burning Man“ ist ein jährlich stattfindendes, mehrtägiges Festival in der Black-Rock-Wüste von Nevada. Seine Kernveranstaltung ist das Verbrennen einer überdimensionalen Statue – des Burning Man. Das erste, von Larry Harvey begründete Festival fand am Baker Beach in San Francisco statt. Aufgrund steigender Teilnehmerzahl wurde es nach Nevada verlegt, wo mittlerweile jährlich 75 000 Fans gezählt werden. Das Festival ist nicht nur eine große Kunstausstellung, sondern gilt auch als Ort intensiver Selbstdarstellung und als große Party.

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