1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. »Im schlimmsten Fall drohte Schließung«

  8. >

Gütersloh: Verwaltungsrat wird heute über Bender-Prozess informiert

»Im schlimmsten Fall drohte Schließung«

Gütersloh (WB). Der Verwaltungsrat der Sparkasse Gütersloh-Rietberg wird heute über die erneute Niederlage im Dauerprozess gegen den zunächst bestellten, dann entlassenen Vorstand Christoph Bender informiert. Dabei wird mit Spannung erwartet, ob sich das Gremium entschließt, erneut in Revision zu gehen oder dem Vorsitzenden Markus Kottmann das Mandat zu Vergleichsverhandlungen verleiht.

Stephan Rechlin

Hinter verschlossenen Türen berät der Sparkassen-Verwaltungsrat heute über den Fall Bender. Foto: Wolfgang Wotke

Eine schriftliche Urteilsbegründung wird dem Verwaltungsrat heute noch nicht präsentiert werden können – deren Mitglieder sind also auf Presseartikel und Informationen über den Prozessverlauf durch ihren Vorsitzenden und dem Sparkassen-Anwalt Dr. Till Veltmann angewiesen. In dem Nachverfahren sollte dem Gericht mit Hilfe von Zeugen bewiesen werden, dass Christoph Bender den Verwaltungsrat im Bewerbungsverfahren getäuscht hatte. Richter Dr. Jens Degner aber hatte gar keine Zeugen geladen, weil er von ihnen keine Aussagen erwartete, die über den Informationsgehalt der vorliegenden Dokumente hinausgehen würden. Auch die Sparkassen-Vertreter Kottmann und Veltmann vermochten dem Richter keine neuen Erkenntnisse zu präsentieren.

Die Rolle des Verwaltungsrates

Statt nach weiteren Indizien für ein angebliches Täuschungsmanöver zu suchen, fragte der Richter statt dessen, ob sich der Verwaltungsrat im Bewerbungsverfahren richtig verhalten habe. Den gerade erst bestellten und euphorisch präsentierten neuen Vorstand gleich fristlos zu kündigen, obwohl nicht einmal ein Bescheid der Bundesfinanzaufsicht vorlag, wunderte den Richter sehr: »Hat denn niemand nachgefragt?« Dr. Till Veltmann wies die Einschätzung des Richters zurück, bei den Zweifeln der Bafin an der Qualifikation Benders habe es sich nur um die Meinung eines Mitarbeiters gehandelt: »Hätte die Sparkasse darauf nicht reagiert, wäre sie womöglich geschlossen worden.«

Startseite