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Strafprozess gegen Gütersloher (20) hat auf indonesischer Insel begonnen

Ist das Opfer auf Bali wirklich tot?

Gütersloh/Kerobokan (WB/cabo). Der Strafprozess gegen den Gütersloher Schaustellersohn (20) hat am vergangenen Montag auf der indonesischen Insel Bali begonnen. Das bestätigte am Freitag ein Onkel des Beschuldigten auf Anfrage.

Giuliano Lemoine (20) wird auf Bali ein schweres Verbrechen vorgeworfen. Der Prozess gegen ihn läuft seit Montag. Foto: EPA

Indonesische Behörden werfen dem jungen Deutschen vor,  im März bei einer Kneipenschlägerei in einem Touristenzentrum einen 49 Jahre alten Kontrahenten so schwer verletzt zu haben, dass dieser wenige Tage später im Krankenhaus starb. Der Gütersloher, der zum Abschluss seiner Schule mit Freunden auf einer Work & Travel-Reise war, sitzt seit dem 23. März in dem  berüchtigten Gefängnis von Kerobokan in Haft .

Wie es am Freitag hieß, seien bei bislang zwei Prozesstagen vier oder fünf Einheimische als Zeugen der Schlägerei vernommen worden. Sie hätten den Gütersloher weitgehend entlastet und ausgesagt, der Deutsche habe einem Streit mit dem offensichtlich stark betrunkenen Chinesen aus dem Weg gehen wollen. Der Onkel bezieht sich dabei auf Informationen von dem Verteidiger seines Neffen. Der Rechtsanwalt spreche deutsch.

Aus dem Familienkreis des Angeklagten wird kritisiert, dass sich deutsche Behörden wie das Auswärtige Amt in Berlin oder die Botschaft in Jakarta, Indonesiens Hauptstadt, so gut wie gar nicht für den jungen Gütersloher einsetzten. Da passiere nichts, hieß es.

100.000 Euro »Blutgeld« verlangt 

Ferner geht es in der Familie des Güterslohers Vermutungen, dass das Opfer gar nicht tot ist und es in der Sache hauptsächlich darum geht, Geld zu fordern. Von Seiten der Opferfamilie seien anfangs 20.000, zuletzt 100.000 Euro »Blutgeld« verlangt worden.

Der Onkel des Beschuldigten fragt sich ferner: »Warum gibt es ausgerechnet von der Schlägerei keine Videoaufnahmen?« Angeblich soll die Kamera vor der Kneipe defekt gewesen sei. Doch von der Abfahrt des 20-Jährigen in einem Taxi hingegen gebe es Videosequenzen. Der Onkel: »Das ist doch seltsam, oder?«

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