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Gütersloh

„Keine leeren Versprechungen mehr“

Gütersloh (sib) - Weltweit haben am Freitag die Fridays- und Parents-for-Future-Bewegungen demonstriert. Das Thema: „No more empty Promises“, keine leeren Versprechungen mehr. Auch auf dem Berliner Platz in der Gütersloher Innenstadt hatten sich mehr als 40 Aktivisten eingefunden.

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Mit ihrem aktuellen Motto „No more empty Promises“ sprechen die Aktivisten von Fridays- und Parents-for-Future unter anderem Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, direkt an, sagte Mitorganisatorin Anke Kupka. Foto:

Er habe überhaupt keine Lust mehr auf leere Versprechungen vor allem seitens der Politik, sagte Emanuel Zurbrüggen in seiner Rede. Beispielhaft nannte er ausbleibende Förderungen für erneuerbare Energien – unter anderem für private Nutzer von Solaranlagen – sowie den verschobenen Kohleausstieg. „Stattdessen ist im vergangenen Jahr mit Datteln 4 sogar noch ein Steinkohlekraftwerk in Betrieb genommen worden.“ Gleichzeitig könne von Verkehrswende aktuell keine Rede sein, sagte der 21-Jährige mit Blick auf den Ausbau der Autobahn 49 und nahezu unveränderliche Preise für Kurzstreckenflüge. „Ich sehe da eher eine Verkehrsförderung als eine Verkehrswende“, so Zurbrüggen.

„Wir sind nur Nutznießer, nicht Eigentümer dieses Planeten“

Lokal seien es vor allem die naturschädliche Storck-Erweiterung in Halle sowie die Planungen für das Gelände der Mansergh Barracks, die ihm unter den Nägeln brennen. Dort sollen zugunsten von Wohnbebauung 472 Bäume gefällt werden. Zurbrüggen mahnte an: „Wir sind nur Nutznießer, nicht Eigentümer dieses Planeten.“

Und dann gebe es da noch die Themen, die wegen ihrer Selbstverständlichkeit eigentlich nicht einmal eine Diskussion wert seien, sagte Anette Klee danach in ihrer Rede – wie das bundesweite Tempolimit, gegen das CSU und FDP sich nach wie vor vehement aussprächen. „Schlimm ist dabei auch, dass die CSU den Befürwortern unterstellt, ideologische Hintergründe für ihre Förderungen zu haben“, sagte Klee. Wenn nicht einmal eine Bagatelle wie das Tempolimit ohne riesigen Aufwand verabschiedet werden könne, wie solle man da die wirklich großen Themen mit ihren wirklich großen Lösungen angehen?

Einwände zum kreisweiten Regionalplan sollen geäußert werden

Seine anfängliche Drohung, eine Drei-Stunden-Rede zu halten, nahm Kurt Gramlich, Vorsitzender des Gütersloher Klimabeirats, schnell zurück, als eine Demonstrantin ihm „keine leeren Versprechungen“ zurief. Gramlich forderte die Teilnehmer dazu auf, Einwände zum kreisweiten Regionalplan bis zum 31. März zu äußern. Er nehme das Klima nicht genug in den Blick und müsse neu geschrieben werden. Und: „Vor allem brauchen wir einen Klimakatastrophenplan.“

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