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Gütersloh

Klärwerk dürfte nochmal teurer werden

Gütersloh (din) - Die geplante vierte Reinigungsstufe für das Klärwerk Putzhagen wird voraussichtlich noch einmal teurer. Sie wird jetzt von der Stadt mit bis zu 5,94 Millionen Euro veranschlagt. 2016 war nach einer ersten Machbarkeitsstudie die Zahl 4,2 Millionen Euro genannt worden.

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Im März hatte der Planungsausschuss bereits zusätzliche Ausgaben in Höhe von 1,4 Millionen Euro bis zu einer Summe von 5,6 Millionen Euro bewilligt. Am Dienstag mussten die Kommunalpolitiker noch einmal nachlegen – und sie taten es trotz Protesten einhellig.

In ihrer Vorlage hatte die Verwaltung darauf hingewiesen, dass auch der letztgenannte Betrag von 5,6 Millionen Euro mit „außergewöhnlichen Unsicherheiten und Baukostenrisiken“ verbunden sei. Derzeit sei noch nicht abschätzbar, in welche Richtung sich die Baupreise zum Beispiel für den Roh-, Stahl- und Anlagenbau sowie den Maschinenbau und die Elektrotechnik wegen der Coronakrise bewegen würden. „Im ungünstigsten Fall geht die Verwaltung von einer Kostensteigerung von bis zu sechs Prozent aus“, heißt es in der von der Ersten Beigeordneten Christine Lang unterzeichneten Vorlage.

Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) listete im Ausschuss die Kostensteigerungen bei Hochbauten der letzten Jahre auf von der Feuerwache bis zur Gesamtschule. Jetzt sei erstmals auch ein Vorhaben des Fachbereichs Tiefbau betroffen, sagte der Sozialdemokrat. Auch wenn das jetzt als – im Übrigen legitimer – Wahlkampf abgetan werde: „Da müssen wird dem Bürgermeister ganz klar sagen: So darf das nicht weitergehen“, erklärte Krümpelmann mit einem Nachdruck in der Stimme, der aufhorchen ließ.

Alfons Buske, Leiter des Fachbereichs Tiefbau, sprach darauf hin vom „Fluch der ersten Zahl“. Die Verwaltung habe gelernt und werde eine Planung jetzt nicht mehr aufgrund einer Machbarkeitsstudie machen, sondern nur aufgrund einer relativ belastbaren Vorentwurfsplanung. Birgit Niemann-Hollatz (Bündnis 90/Die Grünen) fand Krümpelmanns Vergleich mit den Hochbauvorhaben „nicht angemessen“. Die Maßnahme im Klärwerk sei überdies notwendig.

Das Vorhaben steht unter zeitlichem Druck. Laut Vorlage müssen die Auftragsvergaben bis Oktober erfolgen, „um den vom Zuschussgeber vorgegebenen Ausführungsrahmen nicht zu gefährden“. Die Stadt hat eine 70-prozentige Förderzusage durch die NRW Bank, die aber auf höchstens 2,9 Millionen Euro begrenzt ist. Außerdem kann die Stadt einmalig ihre Abwasserabgabe an das Land mit den Baukosten verrechnen, das sind 380 000 Euro. Das macht Einnahmen von insgesamt 3,28 Millionen Euro.

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