1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Klimaschutz sticht Insektenschutz

  8. >

Gütersloh

Klimaschutz sticht Insektenschutz

Gütersloh (dl) - Eine insektenfreundliche Straßenbeleuchtung ist nicht ohne weiteres in Einklang zu bringen mit Klimaschutz, Verkehrssicherungspflicht, Daseinsvorsorge und Wirtschaftlichkeit. Dies geht aus der Beschlussvorlage zum Bürgerantrag von Beate Kahleis (diese Zeitung berichtete) hervor. 

Anonymous User

Foto:

Er ist heute, Dienstag, ab 17 Uhr Thema im Planungsausschuss in der Stadthalle. Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen.

Farbtemperatur soll Erschöpfungstod verhindern

Die Diplom-Ingenieurin aus Friedrichsdorf hatte sich – wie berichtet – für eine Änderung der Weißlicht-Laternen in insektenfreundliches gelb-/orangefarbenes Licht stark gemacht. Dieses hat eine Farbtemperatur von 1800 bis 2300 Kelvin – und soll dazu beitragen, dass weniger Insekten von der Lichtquelle angezogen werden und durch Erschöpfung oder Verbrennung verenden.

Die Verwaltung gibt in der Beschlussvorlage detailliert Einblick in die Bemühungen der Stadt Gütersloh der vergangenen Jahre, bei der Straßenbeleuchtung dem geforderten Klimaschutz gerecht zu werden. Dabei sei umfassend in LED-Leuchtmittel investiert worden. Seit 2009 seien Stromverbrauch und CO2-Ausstoß um circa 40 Prozent reduziert worden.

Stadt befürchtet Verlust von Fördergeldern

Eine Umrüstung der Laternen habe eine schlechtere Lichtausbeute und einen erhöhten Energieverbrauch zu Folge. Auch sonst sieht sich die Stadt gut aufgestellt: „Seit geraumer Zeit werden im Stadtgebiet nur noch LED-Leuchten mit einer Farbtemperatur von 3000 Kelvin eingesetzt.“

Weiterhin verweist die Verwaltung auf Fördergelder, die sie von 2009 bis 2016 für die Erneuerung von rund 4800 Leuchtköpfen erhalten habe. Diese Summe – etwa 660 000 Euro – sei an einen Zeitraum von 20 Jahren zweckgebunden. „Ein vorzeitiger Austausch könnte eine anteilige Rückforderung der Fördergelder und eine Sonderabschreibung zur Folge haben“, schreibt die Verwaltung.

Zeitweise Abschaltung der Beleuchtung wird abgelehnt

Im Nachgang zum Bürgerantrag hat Beate Kahleis laut Verwaltungsschreiben weitere Forderungen formuliert, etwa die Abschaltung der Straßenbeleuchtung während der Nachtstunden an Hauptverkehrsstraßen und in Wohngebieten. Die Verwaltung lehnt das ab, verweist auf die Verkehrssicherungspflicht und Erwartungen der Bürger im Sinne der Daseinsfürsorge.

Eine ebenfalls geforderte Satzung zu insektenfreundlichen Leuchten sei mangels gesetzlicher Ermächtigungsgrundlage unzulässig. Jedoch führt die Verwaltung an, dass in Bebauungsplänen festgesetzt werden könne, Straßen- und Außenbeleuchtung auf Baugrundstücken nur mit insektenfreundlichem Licht zu versehen.

Startseite