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Gütersloh

Klinikum Gütersloh: Roboter hilft mehr als 100 Mal im OP

Gütersloh (gl)

Seit Oktober 2021 sind mehr als 100 Patienten am Klinikum Gütersloh mit Hilfe des Da Vinci-Roboters operiert worden.

Mit der Unterstützung eines Roboters operieren Oberärztin Dr. Ute Hegerfeld und Dr. Matthias Kapischke am Klinikum Gütersloh.

Gütersloh (gl) - Damit baut das Klinikum laut Mitteilung die Expertise in der minimalinvasiven Chirurgie weiter aus. Im Oktober hatte das Klinikum vermeldet, dass man

mit der robotergestützten Technik operieren wolle

.

„Wir können millimetergenau präparieren“

„Bei bösartigen Tumoren haben wir einen noch genaueren Blick auf das zu entfernende Gewebe und können millimetergenau präparieren“, sagt Dr. Matthias Kapischke, Spezialist für das Entfernen von Tumoren und Metastasen sowie Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und minimalinvasive Chirurgie. 

„Deshalb bedeutet das roboterassistierte Operieren einen weiteren Schub für die Tumorchirurgie bei uns im Haus“, so Kapischke weiter. Die Chirurgen des Klinikums setzen seit einem guten halben Jahr bei minimalinvasiven Operationen auf die Unterstützung eines Da Vinci-Roboters. 

Zuerst lag der Fokus auf urologischen Operationen. Inzwischen operieren Kapischke und seine Kollegen in der Viszeralchirurgie auch Tumore des Dick- und Enddarms, des Magens und der Leber minimalinvasiv mit Unterstützung der Maschine. 

Minimalinvasive Chirurgie bedeutet Schlüssellochoperation

Minimalinvasive Chirurgie bedeute Schlüssellochoperation, heißt es in der Mitteilung weiter. Das bedeute, es seien nur kleine Schnitte erforderlich, um die Operationsinstrumente in den Körper einzuführen. Der Da Vinci-Roboter sei dafür besonders geeignet, weil er präzise Bewegungen übertragen könne. 

So sieht der Da Vinci-Roboter am Klinikum Gütersloh aus.Die Operateure bedienten eine Konsole, die ihre Handbewegungen auf die Operationsinstrumente übertrage. Unterstützend sei eine hochauflösende Bildgebung in 3D und zehnfacher Vergrößerung. Für die Patienten bedeuten minimalinvasive Operationen mit Roboter-Unterstützung im Idealfall weniger verletztes Gewebe und eine schnellere Mobilisierung. 

Der Arzt sieht das Operationsfeld dreidimensional und stark vergrößert. „Wir können noch besser auf das Gewebe schauen“, erklärt Kapischke. „Der menschliche Körper ist letztlich wie eine Zwiebel aufgebaut. Die Präparation in diesen Schichten ist die schonendste Methode für den Patienten.“ Medizinische Studien bescheinigen dieser Operationstechnik darüber hinaus ein niedrigeres Risiko für Komplikationen während der OP.

Operieren wird so komfortabler

Für die Chirurgen am Klinikum macht der Einsatz des Da Vinci-Roboters das Operieren komfortabler, erklärt Chefarzt Dr. Matthias Kapischke. Die insgesamt vier Arme des Roboters haben laut Mitteilung einen größeren Bewegungsradius als die menschliche Hand. Sie könnten sich etwa beim Vernähen einer Wunde unbegrenzt um die eigene Achse drehen. 

Millionenschwere Investition

Mit der Investition von knapp 1,35 Millionen Euro hat das Klinikum einen weiteren Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit gelegt. „Unser Ziel ist es, in möglichst vielen Fachrichtungen robotergestützt zu operieren“, sagt Maud Beste, Geschäftsführerin des Klinikum Gütersloh. „Nur so kommen möglichst vielen Patientinnen und Patienten die Vorteile der neuen Operationstechnik zugute.“ 

Der Da Vinci-Roboter sei aktuell der bekannteste Chirurgie-Roboter weltweit, heißt es in der Mitteilung weiter. In einem Symposium im Mai werde das Klinikum Gütersloh den OP-Roboter Studierenden und Interessierten in Aktion vorstellen.

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