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LWL in Gütersloh und Fachhochschule der Diakonie Bielefeld kooperieren

Klinikum wird akademischer Lernort

Gütersloh (WB). Studierende der Bielefelder Fachhochschule der Diakonie (FHDD) können jetzt praktische Erfahrungen im Gütersloher LWL-Klinikum sammeln und dort ihr theoretisches Wissen einbringen. Denn die Einrichtung ist die erste psychiatrische Fachklinik Deutschlands, die jetzt zum Akademischen Lehrkrankenhaus für Pflege- und Gesundheitsberufe ernannt wurde.

Carsten Borgmeier

Den Kooperationsvertrag haben unterschrieben: Professorin Dr. Hilke Bertelsmann (Rektorin der FH), Hedwig Rottmann (LWL), Dezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker (LWL), Timo Siebert (LWL), Prof. Dr. Klaus-Thomas Kronmüller (LWL) und Prof. Dr. Rüdiger Nölle (FH, von links). Foto: Carsten Borgmeier

Der Vertrag ist am Mittwochnachmittag von Verantwortlichen wie der Rektorin und dem LWL-Krankenhausdezernenten, Professor Dr. Meinolf Noeker aus Münster, unterzeichnet worden. Die Vorbereitungen zu dieser Zusammenarbeit haben zwei Jahre in Anspruch genommen, jetzt kam auch grünes Licht aus dem zuständigen NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

Damit kann das LWL-Klinikum sein Profil als Bildungs- und Forschungszentrum für psychiatrische, neurologische und geriatrische Krankheitsbilder ausbauen, wie Dezernent Noeker betonte. Zudem sollen durch diese Kooperation auch die betreffenden Pflege- und Gesundheitsberufe für junge Leute an Attraktivität gewinnen und so dem Fachkräfte-Mangel entgegengewirkt werden.

Pro Jahr werden nach Angaben der Rektorin etwa 60 Studierende in zwei Gruppen in sogenannten Praxissettings im LWL-Klinikum in Gütersloh zum Einsatz kommen. Gleich im Herbst starte zum Beispiel ein Forschungsprojekt Studierender in der Akutpsychiatrie, wie Professor Dr. Klaus-Thomas Kronmüller als Ärztlicher Direktor am Mittwoch betonte. Das Projekt werde von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert und sei in Kooperation von Klinikum und FHDD entstanden.

Beide Seiten sind sich sicher, von dieser Verzahnung zwischen Theorie und Praxis zu profitieren, so die Rektorin. Da habe es in der Vergangenheit Defizite gegeben, so die Professorin.

»Wir erfahren jetzt über die Studenten von neuesten, internationalen Konzepten und Prozessen, und die jungen Leute lernen den Umgang beispielsweise mit Patienten in der Akut-Psychiatrie aus nächster Nähe«, so Prof. Dr. Kronmüller.

»Die Wissenschaft ist nicht für den Elfenbeinturm«, begrüßte auch FHDD-Prorektor Rüdiger Nölle die Kooperation, »die jungen Leuten einen aussichtsreichen Karriereweg« in der Pflegebranche aufzeigen könne. Und nicht zuletzt sei auch die Klinik manchmal weiter als Theorie, beschreibt er die gegenseitigen Vorteile.

Die Verantwortlichen betonten überdies, dass sich aus der Akademisierung einiger früherer Lehrberufe ein ganz neuer Berufsstand in den Kliniken etablieren werde. »Früher gab es nur die Ärzte und die Pflegekräfte«, so Professor Kronmüller, »jetzt kommen neue, akademische Berufsbilder hinzu.«

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