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Nach Fällen in Belgien und Tschechien beteiligt sich Gütersloh an OWL-weiter Übung

Kreis bereitet sich auf Afrikanische Schweinepest vor

Gütersloh/Rheda-Wiedenbrück/Schloß Holte Stukenbrock (WB). Nach Ausbrüchen in Belgien und Tschechien bereitet sich der Kreis Gütersloh auch auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) vor. Damit im Ernstfall die Abläufe funktionieren, wurde ein Krisenstab einberufen. Es müsse alles getan werden, um die Tierseuche umgehend einzudämmen, heißt es vom Kreis.

Symbolbild. Foto: dpa

Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich. Für Schweine, egal ob Wild- oder Hausschwein, endet sie in der Regel jedoch tödlich.

»Wir wollen für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet und sofort einsatzfähig sein«, sagt Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch. Der Dezernent für Gesundheit, Ordnung und Recht beim Kreis Gütersloh begrüßte im Krisenstab unter anderem Vertreter der Jägerschaft, der Landwirtschaft, der Tierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft, des Landesbetriebes Wald und Holz, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks. Zeitgleich wurde in ganz Ostwestfalen geübt.

Szenario in Schloß Holte-Stukenbrock

Das Szenario: In Schloß Holte-Stukenbrock war ein verendetes Wildschwein gefunden worden. Untersuchungen bestätigen den Verdacht auf ASP. Landrat Sven-Georg Adenauer beruft den Krisenstab mit 39 Experten, von solchen für digitale Karten über Veterinäre bis hin zu den führenden Köpfen der Landwirte und Jäger im Kreis. Der Fundort war nicht zufällig gewählt: Das Gros der Wildschweinjagdstrecke im Kreisgebiet entfällt auf Schloß Holte-Stukenbrock.

Zunächst wird ein gefährdetes Gebiet um den Fundort herum abgesteckt. Durch ein Jagdverbot soll verhindert werden, dass aufgeschreckte Wildschweine die Tierseuche weitertragen. Die Erfahrungen in Osteuropa haben gezeigt, dass die Ausbreitung der Pest durch Wildschweine mit einem Kilometer pro Tag verläuft. Der fiktive Fund in Schloß Holte-Stukenbrock könnte wie jüngst der Ausbruch in Belgien auf den Überträger Mensch zurückzuführen sein: Durch kontaminierte Lebensmittel aus ASP-Gebieten, die Wildschweine gefunden haben und fressen.

Tiere im Kerngebiet müssen getötet werden

Für Landwirte und Personen, die im gefährdeten Gebiet Schweine halten, und Viehhändler wurde in der Übung vom Krisenstab zudem festgelegt, dass Schweine nur bei ausdrücklicher Genehmigung in und aus dem Gebiet transportiert werden dürfen.

Später würde der Krisenstab ein deutlich kleineres umzäuntes Kerngebiet festlegen, in dem sämtliche Wildschweine getötet werden müssten. »Wir orientieren uns an den Maßnahmen, die bei ASP-Ausbruch in Tschechien ergriffen worden sind«, erklärt Kuhlbusch. »Sie gelten derzeit als Gold-Standard, weil dort die Afrikanische Schweinepest nach dem ersten Ausbruch eingedämmt werden konnte.«

Alle Maßnahmen des Krisenstabs zielen darauf ab, die Verbreitung der Seuche zu verhindern und diese möglichst schnell zu besiegen. Deshalb sollen Wildschweine nicht aufgescheucht und eventuell weitere Kadaver tierseuchengerecht gesammelt werden.

Der Kreis betont: Wer ein totes Wildschwein entdeckt, das keine unfallbedingten Verletzungen aufweist, sollte dieses nicht berühren, sondern umgehend den Fundort an die Kreisleitstelle unter der Notrufnummer 112 melden.

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