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Kreis Gütersloh

Kreis Gütersloh kann mehr Flüchtlinge registrieren

Kreis Gütersloh (gl)

Der Kreis Gütersloh hat vom Land weitere PIK-Stationen, also spezielle Geräte für die Registrierung ukrainischer Flüchtlinge bekommen.

Für das Foto kurz die Maske abgelegt, im Hintergrund läuft eine der ersten Registrierungen am Montagvormittag: (v. l.) Landrat Sven-Georg Adenauer informierte sich auch bei den beiden Jobcenter-Abteilungsleitern Rolf Erdsiek und Björn Haller über die Erstgespräche mit den Geflüchteten.

Kreis Gütersloh (gl) - Erst die Registrierung, dann die berufliche Erstberatung: Bei einem knapp zweiwöchigen gemeinsamen Einsatz im Rathaus Gütersloh haben die Ausländerbehörden von Stadt und Kreis Gütersloh Flüchtlinge aus der Ukraine registriert. Außerdem führte das Jobcenter des Kreises erste Perspektivgespräche.

Ein geliehenes Gerät funktioniert nicht

Mehr als 1000 ukrainische Flüchtlinge hatte bisher allein die Ausländerbehörde des Kreises registriert. Mit der einen zur Verfügung stehenden PIK-Station je Ausländerbehörde hätte das laut Mitteilung noch Wochen gedauert. Wie berichtet, hatte das Land NRW für die Aktion fünf Geräte zur Verfügung gestellt. Eines habe jedoch nicht funktioniert. 

Den Start hatte die Ausländerbehörde der Stadt Gütersloh in der vergangenen Woche zusammen mit dem Jobcenter gemacht. Am Montag, 20. Juni, folgte nun die Ausländerbehörde des Kreises. 1400 Flüchtlinge müssen noch registriert werden. Rund 700 von ihnen kommen zum Rathaus. 

Die übrigen Geflüchteten, die in Schloß Holte-Stukenbrock sowie im Norden des Kreises untergekommen sind, werden per Bus zu einer Registrierungs-Aktion nach Herford gefahren. 

30 Personen pro Schicht

Mit 30 Personen pro Schicht inklusive Dolmetscherinnen und Dolmetschern ist allein die Ausländerbehörde des Kreises im Einsatz. 22 übernehmen die Registrierung, acht nehmen im Kreishaus die biometrischen Angaben für den elektronischen Aufenthaltstitel auf. Dafür wurde zwischen Rathaus und Kreishaus in diesen Tagen ein Shuttleservice für die Ukrainerinnen und Ukrainer eingerichtet. 

Dass die aufwendige Registrierung notwendig sei, liege am Paragrafen 24 des Aufenthaltsgesetzes, schreibt der Kreis: Der Bund sehe für die Ukrainerinnen und Ukrainer den Aufenthaltstitel laut diesem Paragrafen vor. Der bedinge eine Registrierung samt Daten, der Aufnahme der Fingerabdrücke und eines Fotos. 

Kritik an wechselnden Anweisungen aus Berlin

„Normalerweise ist der Bund verpflichtet, selbst die Registrierung bei der Einreise zu übernehmen“, erklärt Peter Detlefsen, Leiter der Ausländerbehörde des Kreises. Das habe man aber offenbar den Menschen nicht zumuten wollen. Daher müssten alle Behörden vor Ort nacharbeiten. 

Registrierungsaktion im Rathaus Gütersloh: (v .l.) Landrat Sven-Georg Adenauer lässt sich von Peter Detlefsen, Lesia Vasko, Jörg Ryback und Anne Kesselmeier den Registrierungsvorgang an einer PIK-Station erläutern. Das Land NRW hat dem Kreis fünf Geräte zur Verfügung gestellt. Eines davon ist defekt. Was ihn und seine Kolleginnen und Kollegen laut Mitteilung ärgert, sind häufig wechselnde Anweisungen aus Berlin: „Erst hieß es, Kinder bis 14 müssten nicht registriert werden, dann hieß es, alle über sechs Jahre müssten registriert werden“, berichtet Detlefsen, während im Hintergrund gerade ein Mädchen von etwa sieben Jahren per Maßband gemessen wird. 

3400 Flüchtlinge aus der Ukraine leben im Kreis

Insgesamt leben derzeit rund 3400 Flüchtlinge aus der Ukraine im Kreis Gütersloh. In der Gruppe sei jedoch viel Bewegung: Einige wollten weiterziehen, in andere Städte oder Länder, andere wollten möglichst schnell zurück in ihre Heimat.

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