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Weinmarkt und Pfingstkirmes locken Besucher in die Gütersloher Innenstadt

Kühle Tropfen und Nervenkitzel

Gütersloh (WB). Strahlend blauer Himmel. Angenehme Temperaturen. Was gibt es da Schöneres, als sich mit Freunden auf dem Weinmarkt oder auf der Pfingstkirmes zu treffen? Am Wochenende war wieder viel los in der Innenstadt.

Jan Hermann Ruthmann

Trinken Müller-Thurgau und freuen sich über das gute Wetter und das vielseitige Freizeitangebot in Gütersloh: Ralf Vor den Bäumen, Susanne Ulbrich und Olaf Spiekermann besuchen den Weinmarkt auf dem Theatervorplatz. Foto: Jan Hermann Ruthmann

Der 27. Weinmarkt fand auf dem Theatervorplatz statt. Viele verschiedene Winzer boten dort ihre Köstlichkeiten an. Peter und Silke Tönsfeuerborn kommen jedes Jahr zum Weinmarkt, das machen sie schon mindestens 15 Jahre. »In netter Atmosphäre eine Kleinigkeit trinken, vielleicht Bekannte treffen. So stelle ich mir ein schönes Wochenende vor«, schwärmt Peter Tönsfeuerborn.

Neuer Veranstaltungsort kommt bei Besuchern an

Einen Müller-Thurgau lassen sich Susanne Olbrich, Olaf Spiekermann und Ralf Vor den Bäumen schmecken. »Der neue Veranstaltungsort des Weinmarktes gefällt uns ganz gut. Wir kommen aus Halle und da gibt es ja so etwas gar nicht«, erzählt Susanne Olbrich. Schon bei den ganz besonderen Spezialitäten des Weines sind Doris und Marion Rasch, Holger Much, Renate und Hans-Joachim Schwolow aus Rheda angekommen. Sie lassen sich einen Merlot-Rosé oder einen Merlot Blanc de Noir schmecken.

Auch auf der Pfingstkirmes geht es hoch her. Am Sonntagnachmittag bekommt man kaum einen Fuß auf die Erde, lange Schlangen an den Fahrgeschäften. Das neue 50 Meter hohe Hanstein-Riesenrad, erst im vorigen Jahr erbaut, erfreut sich größter Beliebtheit und bietet den Besuchern einen spektakulären Blick auf Gütersloh von oben.

Es geht 40 Meter im freien Fall nach unten

Lucian Serban und Claudia Popa kommen eigentlich aus Rumänien. Lucian ist vor drei Jahren von der rumänischen Schwarzmeerküste nach Gütersloh gekommen. Auf die Frage, ob es ihm denn in Deutschland gefalle, lacht er und sagt: »Wenn es nicht gut wäre, wäre ich schon lange nicht mehr hier.« Sicher wieder am Boden angekommen, kann man sich in den Rummel stürzen. Wer will, kann sich aus 40 Metern Höhe im freien Fall nach unten bewegen, bevor das Fahrgeschäft kurz vor dem Boden stoppt. Nervenkitzel pur. Ein bisschen verrückt muss man wohl sein, um sich das freiwillig anzutun.

Mitglieder des Vereins »Achtung für Tiere« demonstrieren gegen das Ponyreiten-Angebot auf der Pfingstkirmes. Foto: Jan Hermann Ruthmann

Im heiteren Kirmesbetrieb setzt der Verein »Achtung für Tiere« jedoch an allen Abenden ein Zeichen, das nachdenklich machen sollte. Die Mitglieder versammeln sich mit Bannern und Plakaten unweit des Ponyreitens. Astrid Reinke, Tierärztin und Vorsitzende des Vereins, berichtet, dass sie während der angekündigten Aktion immer wieder bedroht und belästigt worden seien, deshalb Strafanzeige erstattet hätten.

»Die Tiere sind völlig apathisch«

Warum Ponyreiten nicht so toll ist, wie Kinder das finden, kann sie schnell erklären: »Die Tiere sind völlig apathisch. Sie zeigen keinerlei Regungen. Nicht bei den Kindern, nicht bei ihren Betreuern. Außerdem ist es gefährlich. Wir haben es kürzlich in Hannover gesehen, da ist ein Pferd durchgedreht, hat das Kind abgeworfen und noch ein weiteres Pferd verletzt.«

Jeden Tag hält der Verein Mahnwache mit dem Hinweis, dass Ponyreiten keine gute Attraktion für eine Kirmes ist. Die Besucher lassen sich davon nicht beirren, sie setzen ihre Kinder auf den Rücken der Pferde und machen Fotos fürs Familienalbum.

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