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In Kattenstroth und Avenwedde-Bahnhof reicht Quote nicht für Glasfaserausbau

Kunden lassen die Kabel hängen

Gütersloh (WB). Die große Glasfaser-Offensive der Stadtwerke Gütersloh (SWG) bleibt in Kattenstroth-Mitte und Avenwedde-Bahnhof stecken. Dort sind nicht genug Haushalte bereit, die monatlichen Folgekosten eines Gratis-Anschlusses zu tragen. Statt einer erforderlichen Anschlussquote von 35 Prozent erreichen SWG und Telefontochter BiTel dort nur 24, bzw. 28 Prozent.

Stephan Rechlin

Da können Stadtwerke-Chef Ralf Libuda, Bürgermeister Henning Schulz, Netzgesellschaft-Chef Bernd Kerner und der inzwischen pensionierte BiTel-Chef Alfred Kerscher (von links) noch so viel Spaß an der Glasfaser haben – es heißt noch lange nicht, dass durchschnittlich verdienende Haushalte dafür aufkommen. Foto: Wolfgang Wotke

Die SWG hatten die Anmeldefrist für die kostenlose Installation des schnellen Internetanschlusses vom 14. Dezember auf den 25. Januar verlängert. Doch in dieser Frist ist das Anschluss-Interesse in den Stadtteilen nur noch marginal um zwei, bzw. drei Prozentpunkte gestiegen. Die beiden Geschäftsführer Ralf Libuda (SWG) und Thomas Primon (BiTel) reden darum nicht lange um den heißen Draht herum: „Damit sind die Voraussetzungen für einen vollständigen Ausbau in beiden Gebieten nicht gegeben.“

Teilgebiete werden versorgt

In einer untereinander abgestimmten Presseerklärung sehen die beiden Verantwortlichen dennoch Vermarktungschancen in den beiden Stadtteilen. Schließlich hätten sich insgesamt gut 1400 Haushalte für einen zukunftsfähigen Glasfaseranschluss entschieden. Libuda: „Es ist durchaus vorstellbar, bestimmte Teilgebiete in Avenwedde-Bahnhof und Kattenstroth-Mitte auszubauen.“ Innerhalb der jeweiligen Gebiete gebe es extreme Schwankungen. Während sich in manchen Straßenzügen weniger als zehn Prozent der Haushalte für einen Anschluss entschieden hätten, liege die Quote andernorts bei deutlich mehr als 60 Prozent.

Nach dem Ende der Vermarktungsphase in Avenwedde Bahnhof und Kattenstroth-Mitte seien nun tief gehende Analysen notwendig. „Wir prüfen, was technisch möglich und zugleich wirtschaftlich ist“, kündigt Ralf Libuda an. Eine Entscheidung solle Anfang März im Aufsichtsrat fallen.

SWG bleiben dran

Die SWG seien nach wie vor überzeugt, mit Kattenstroth-Mitte und Avenwedde-Bahnhof adäquate Ausbaugebiete für einen Vermarktungsstart ausgewählt zu haben. Für eine grundlegende Ausbaustrategie in Gütersloh hatte das heimische Versorgungs-unternehmen vorab einen Ma-sterplan erstellt. Darin wurden nicht nur Faktoren wie die Alters- und Gebäudestruktur, sondern etwa auch die aktuelle Versorgungssituation und die Eigentumsstruktur berücksichtigt. Die Auswahl der einzelnen Gebiete sei dabei von besonders großer Bedeutung. Sie erfolge immer unter der Prämisse der Wirtschaftlichkeit und des stetig steigenden Bedarfs nach hohen Bandbreiten.

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