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Stadt Gütersloh nimmt sich Nachbarstädte zum Vorbild

Kunst erobert Kreisverkehr

Gütersloh (WB). In Harsewinkel steht eine Mähdrescher-Skulptur, in Steinhagen die Steinhäger-Kruke und in Halle die Silhouette einer Lokomotive mit drei Loren. Kunstwerke in Kreisverkehren haben in anderen Kommunen bereits einen festen Platz im Stadtbild – die Stadt Gütersloh will nun nachziehen.

Michael Delker

Kunst im Kreisverkehr: Die Kruke hat vor Jahren in Steinhagen große Diskussionen ausgelöst. Auch in Gütersloh sollen Kreisverkehre als Ausstellungsfläche genutzt werden. Foto: Bluhm-Weinhold

Dass ein Antrag der Linken in der Kreisstadt eine Mehrheit findet, ist eher seltener der Fall. In Sachen »Kunst im Kreisverkehr« waren sich die Fraktionen am Montagabend jedoch einig. Einstimmig fassten sie den Beschluss, dass Kreisverkehre künftig als Ausstellungsfläche genutzt werden können.

Bis die erste Skulptur aufgestellt ist, könnte jedoch noch eine Weile vergehen. »Wir müssen eine konzeptionelle Linie haben, und die Werke müssen finanzierbar sein«, sagte Kulturdezernent Andreas Kimpel.

Heimatverein Spexard biss beim Landesbetrieb auf Granit

Es seien verschiedene Kriterien zu berücksichtigen, wie zum Beispiel unterschiedliche Größen, Verkehrsbeziehungen, der Radverkehr, vorhandene Sichtachsen, die Durchfahrtssituation, die Klarheit und Übersichtlichkeit der Verkehrsführung und andere Sicherheitsaspekte. »Die Entscheidung über die Realisierung solcher Vorhaben ist komplex«, erklärte Kimpel.

Diese Erfahrung musste vor zwei Jahren der Heimatverein Spexard machen. In Zusammenarbeit mit Sportverein, Schützenbruderschaft, Freiwilliger Feuerwehr und Kleintierzüchterverein wollte er eine Skulptur auf dem Kreisverkehr Neuenkirchener Straße/Bruder-Konrad-Straße platzieren. Als Symbol für den Ortsteil sollte ein aus einer Stahlplatte geschnittener Specht auf einem 1,25 Meter hohen Sockel installiert werden. Beim für den Kreisverkehr zuständigen Baulastträger Straßen NRW bissen die Spexarder Heimatfreunde auf Granit – aus Verkehrssicherheitsgründen.

Adenauer-Büste auf dem CDU-Kreisel?

Mehr Offenheit für die Thematik wünschen sich die Politiker von der Stadt Gütersloh. »Die Verwaltung sollte sich als Ermöglichungsbehörde sehen«, meinte Marco Mantovanelli (Die Grünen). Für Antragstellerin Almuth Wessel (Linke) könnten die Kunstwerke Orientierungspunkte sein. »Man kann aus einem Kreisverkehr mehr machen als ein simples Blumenbeet«, meinte sie und nannte als Beispiel den Kreisverkehr Neuenkirchener Straße/Dammstraße, für den die CDU die Patenschaft übernommen hat. »Wenn die CDU dort eine Büste von Konrad Adenauer hinsetzen will, warum nicht?«, scherzte die Politikerin der Linken.

Einen weiteren Aspekt brachte Andreas Kimpel ins Spiel. »Kunst ist etwas, worüber sich vortrefflich streiten lässt«, sagte der Kulturdezernent, »ich möchte nur an Diskussion um die Steinhäger-Flasche in Steinhagen erinnern.« Kimpel sprach sich deshalb dafür aus, Leitlinien für derartige Kunstwerke im öffentlichen Raum zu entwickeln.

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