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Vesperkirche in der Martin-Luther-Kirche geht in die dritte Runde

Langsam wird’s ein Selbstläufer

Gütersloh (WB). Mit ein wenig Verspätung ist am Sonntag die dritte Vesperkirche gestartet. Der Grund: Der Lkw, der das Essen vom Katharina-Luther-Haus in die Martin-Luther-Kirche bringen sollte, war zugeparkt und konnte nicht rechtzeitig losfahren. Mit einigen Minuten Verspätung wurde dann aber aufgetischt.

Stefanie Winkelkötter

Zweimal Sauerbraten mit Rotkohl und Salzkartoffeln, einmal Gemüseschnitzel mit Balkangemüse und Bandnudeln: Traudel Markmann, Ingrid Reiling und Renate Ziegler (von links) lassen sich das Mittagessen in der Vesperkirche schmecken. Foto: Stefanie Winkelkötter

Weil es so schön war, geht die beliebte Vesperkirche bereits in die dritte Runde. Bis zum 9. Februar werden im Gotteshaus an der Berliner Straße jeden Tag in zwei Schichten bis zu 300 Menschen mit warmen Mahlzeiten versorgt. Alle Gäste bekommen von Elke May, die zum dritten Mal ehrenamtlich dabei ist, beim Eintritt eine Essensmarke, die sie dann gegen ein Menü mit oder ohne Fleisch eintauschen können. Zum Auftakt gab es wahlweise Sauerbraten oder Gemüseschnitzel. „Schmeckt sehr gut“, befanden Traudel Markmann, Ingrid Reiling und Renate Ziegler, die beide Varianten probierten.

525 Helferstellen waren ruckzuck besetzt

Miteinander ins Gespräch kommen, Bekannte treffen oder neue Menschen kennenlernen, rasten, innehalten, einfach mal nicht kochen müssen – die Gründe, warum Menschen in die Vesperkirche kommen, sind vielfältig. Hungrige aus unterschiedlichsten Schichten sind dabei, die ganze Gütersloher Stadtgesellschaft ist vertreten.

An Helfern mangelt es nicht. „Wir haben erstmals ein Anmeldeportal geschaltet, wo Interessierte sich eintragen konnten“, schildert Ludger Osterkamp, einer von rund zehn Ehrenamtlichen, die die Vesperkirche erneut auf die Beine gestellt haben. Nach drei Tagen waren 80 Prozent der insgesamt 525 Helferstellen bereits besetzt. Zur Eröffnung am Sonntag waren Abordnungen der Stadtschützen und der SPD im Einsatz, dazu noch eine ganze Reihe Einzelhelfer. Einer davon und mit der jüngste war Benedikt (10), der gemeinsam mit seiner Mama Silke Rehpöhler dafür sorgte, dass niemand hungrig bleiben musste.

Ein bisschen Aufregung ist vorhanden

Pfarrer Stefan Salzmann und Tagesleiterin Dörte Sonnabend freuten sich, viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Beim dritten Mal, sagen sie, sei doch schon ein bisschen Routine zu spüren. Und doch, so Pfarrer Stefan Salzmann: „Ein bisschen kribbelt es doch. Man fragt sich, was ist, wenn keiner kommt. Aber langsam wird die Vesperkirche zum Selbstläufer, die Idee trägt einfach.“ Die Idee trägt sogar so gut, dass Gütersloh Vorreiter auch für andere Kommunen ist – nächste Woche zum Beispiel geht auch die erste Vesperkirche in Bielefeld an den Start.

In der Martin-Luther-Kirche ist nach dem Mittagessen noch lange nicht Schluss. An vielen Abenden ist ein Programm geplant, um das Motto „Nahrung für alle Sinne“ zu perfektionieren. Während am Abend des Eröffnungstages eine Lesung mit Musik auf dem Programm stand, wird an diesem Montag um 20 Uhr ein Stummfilm gezeigt, dazu gibt’s Live-Musik von Jens Hullermann am, Klavier.

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