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Kreis Gütersloh wirbt in der Niedersachsen-Metropole um Fachkräfte

Lock-Kampagne in Hannover

Gütersloh (WB). Auswärtsspiel! Im Rahmen der Marketing-Kampagne »GT heißt Geheimtipp« will der Kreis Gütersloh nun auch Arbeitsfachkräfte aus einem Nachbar-Bundesland anlocken. Im Visier der Initiatoren der Werbekampagne: der Raum Hannover.

Uwe Caspar

»Geheimtipp« Kreis Gütersloh: Albrecht Pförtner (pro Wirtschaft/von links), seine Kollegin Julia Reinecke, Landrat Sven-Georg Adenauer, Marco Jochum (Bertelsmann) und Denis Spindelndreier (Agentur A3Plus) hoffen auf möglichst viele Bewerbungen auch aus Hannover. Neben Informatikern und Mechatronikern werden im heimischen Kreis auch Fachkräfte für das Handwerk gesucht. Foto: Uwe Caspar

Seit gestern will der GT-Kreis mit neun Großflächen und 13 Megalights, die im Stadtgebiet der Niedersachsen-Metropole aufgestellt sind, Aufmerksamkeit für seinen eigenen Standort erregen. Dazu kommt noch eine breit gestreute In-App-Werbung, Die Aktion ist zunächst auf einen Monat begrenzt. Kosten: Um die 40.000 Euro, wobei die App-Präsentation ungefähr die Hälfte des Budgets beansprucht. Das ehrgeizige Projekt wurde in »enger Abstimmung« (Landrat Sven-Georg Adenauer) mit der heimischen Wirtschaft gestartet.

Auf der Marketingseite finden auswärtige Interessenten 140 Firmen

»Wir haben uns für das relativ nahe Hannover entschieden, weil diese Region als Güterslohs größtes Zuzugsgebiet gilt. Auch deshalb, weil wir über die A2 und via Eisenbahn gut zu erreichen sind«, ist Albrecht Pförtner (pro Wirtschaft GT) gespannt auf die Resonanz der Kampagne unter dem Motto »GT-Geheimtipp (für Technik und IT)«. Auf der Marketingseite (www.geheimtipp.gt.de/Jobs) finden auswärtige Interessenten 140 Firmen aus dem Kreis sowie aktuelle Stellenangebote. »Unsere Kampagne, mit der wir komplettes Neuland betreten, zielt nicht nur auf Informatiker und Mechatroniker – sie soll auch dem lokalen Handwerk Arbeitskräfte zuführen«, ergänzt Pförtner.

Überfallartige Blitzoffensive an der Leine

Sozusagen ohne Vorwarnung hat der GT-Kreis seine überfallartige Blitzoffensive an der Leine eröffnet. Eine Reaktion der Stadt Hannover und auch von dortigen Unternehmen – man dürfte dort über die Abwerbungsversuche von Fachkräften nicht gerade erfreut sein – hat es noch nicht gegeben. »Wir brauchten dafür auch keine behördliche Genehmigung, wir sind einfach einmarschiert«, sagt Adenauer schmunzelnd. Auch Pförtner findet die erstmals über den Kreis hinausgehende Kampagne legal, merkt trocken an: »Das ist Wettbewerb.«

Marco Jochum

Auftakt der Marketingoffensive war im März dieses Jahres – damals noch auf den heimischen Kreis bezogen und mit Unterstützung von 13 Städten und Gemeinden. »Nach außen zu kommunzieren ist nun der zweite Schritt«, sagt Adenauer. Und der wird auch von Bertelsmann begrüßt. »Wir sind dankbar für die Initiative. Bei rund 250 offenen Stellen haben wir noch Rekrutierungsbedarf«, hofft der bei der Weltfirma als Personalleiter tätige Marco Jochum auf Bewerbungen aus Niedersachsen. Jochem selbst ist ein Zugereister, kam vor fünf Jahren in die Dalkestadt. »Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl hier, wir sind angekommen«, versichert er. Sven-Georg Adenauer hofft derweil auf einen positiven Image-Nebeneffekt der Lock-Kampagne, die 2020 fortgesetzt werden soll. Der Landrat: »Hannover wird bald wissen, was Gütersloh und sein Kreis zu bieten haben.« Auf jeden Fall viel!

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