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Gütersloh

Magischer Abend in der Gütersloher Stadthalle

Gütersloh (gdd)

Mit seinem Programm „Die Magie der Träume“ war das Quartett „Salut Salon“ am Samstag zu Gast in der Stadthalle.

Zwischendurch gerät ein magischer Abend in der Gütersloher Stadthalle scheinbar ins Wanken: Die Musikerinnen des Quartetts „Salut Salon“ liefern sich temperamentvolle Kämpfe und gehen mit dem Geigenbogen aufeinander los.

Olga nimmt die Rückenlage ein. Lang ausgestreckt auf dem Klavierhocker haut sie rückwärts in die Tasten. Die Akrobatik-Demo der Pianistin löst einen Beifallssturm aus. 450 Besucher genießen am Samstagabend in der Stadthalle das Motto „Die Magie der Träume“ des Echo-gekrönten Hamburger Frauen-Quartetts „Salut Salon“.

„Ich liebe russische Kultur und Musik, aber ich bin gegen den Krieg“

Starpianistin Olga Shkrygunova macht zum Start der zweistündigen Show ein Bekenntnis: „Ich bin Russin, und ich liebe russische Kultur und Musik“, verkündet sie. „Aber ich bin gegen Putins Politik und gegen den Krieg.“ Sie lebt seit zehn Jahren in ihrer Wahlheimat Berlin und hat sich damit einen Traum erfüllt. 

Unter einer Art lichtergeschmückter Zirkuskuppel, die im Wechsel der Farben aufglüht, geht es magisch-klassisch bis modern zur (perfekt arrangierten) Sache. Es wird gesungen, gezaubert, gekämpft. Oskar, eine Wunderpuppe, kann Zaubertücher verschwinden lassen.

Ein unerwarteter Silberregen ergießt sich

Über zwei Protagonistinnen ergießt sich unerwartet ein Silberregen. Vom Wettbewerb von Vogelstimmen über ein dreistimmiges georgisches Wiegenlied bis zum Oldie „All I have to do is dream“ (1960er-Jahre, Everly Brothers) reicht die zauberhafte Palette der Streicherinnen mit Klavierbegleitung. 

Da gibt es einen Wettbewerb von Vogelstimmen zu hören, der die meisterliche Springbogentechnik von Angelika Bachmann ins Licht rückt. Die „Salut Salon“-Gründerin klimpert auch auf dem Xylophon, sie bläst auf einer Spezialpfeife eine Harry-Potter-Filmphrase und gibt ein Singende-Säge-Solo zum Besten.

Das Musikevent gerät scheinbar aus den Fugen

Zwischendrin gerät das zweistündige Musikevent – scheinbar ungewollt – aus den magischen Fugen: Drei der furiosen Vier liefern sich temperamentvolle Kämpfe und gehen mit den Geigenbogen aufeinander los. Cellistin Anna-Lena Perenthaler spielt mit schräg akzentuierten Streichübungen die Schiedsrichterin im Fechterduett. 

Geigerin Iris Siegfried stiftet mit ihrem Feingefühl für Elegie und stimmlich schmeichelndem Timbre wieder Frieden. Einen Tontechniker scheint das turbulente Treiben auf der Bühne minutenlang mitzureißen – da seufzen die Violinen viel zu laut und zu schrill. 

Nach der Konzertpause gelingt es dem Mann am Mischpult allerdings, die Akustik „ohrgerechter“, nein, magiegerechter zu verbessern.

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