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Abbruch am Westring läuft nach Plan – Fahrbahn früher als gedacht wieder frei – mit Video

Marode Brücke ist Geschichte

Gütersloh (WB). Es dauerte nur wenige Minuten, dann war die Brücke, die in Höhe des Paul-Westerfrölke-Weges über die Bundesstraße 61 führt, Geschichte. Am Samstagabend begannen um kurz nach 21 Uhr die Abbrucharbeiten, um 21.26 Uhr lag die Brücke am Boden.

Stefanie Winkelkötter

Um kurz nach 21 Uhr beginnen am Samstagabend die Abbrucharbeiten, um 21.26 Uhr liegt das einsturzgefährdete Mittelstück am Boden.

Die Radfahrer- und Fußgängerbrücke war marode. Gutachter hatten der Stadt den kurzfristigen Abbau des defekten, mehr als 100 Tonnen schweren und 24 Meter langen Mittelteils auferlegt, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Am Samstag rückten die Bagger des Abbruchunternehmens Hagedorn an. Ab 20 Uhr war der Westring zwischen der Diekstraße und der Herzebrocker Straße voll gesperrt. »Wir haben ein Schotterbett unter der Brücke ausgebreitet«, sagt Polier Thomas Brinkmann.

Ein Bett für die Brücke

Bedeutet: Holzplatten wurden unter der Brücke verteilt, darauf wurde eine 80 Zentimeter dicke Schotterschicht aufgetragen. »Das dämpft und hat den Vorteil, dass die Fahrbahn nicht zerstört wird, wenn die Brücke fällt«, erklärt der Fachmann. Denn die Brücke wurde keinesfalls nach und nach abgetragen, sondern stürzte komplett in sich zusammen. »Wir haben die Brücke in der Mitte mit dem Bagger angeknabbert«, beschreibt Polier Brinkmann das Vorgehen. Das bedeutet, dass die Brücke in der Mitte mit Betonscheren praktisch auseinandergeschnitten wurde.

Weil der Mittelteil so einsturzgefährdet war, konnte er nicht mit einem Kran von den Pfeilern gehoben werden. Zu groß war die Gefahr, dass dabei das Betonmittelstück am Haken auseinanderbricht. Also entschied man sich für die Variante mit dem Schotterbett und den Betonschneidern.

Alles klappte wie am Schnürchen, auch der am Sonntagmorgen einsetzende Schneefall bereitete keine Probleme. »Die Brückenteile sind wie vorgesehen ins Schotterbett gefallen«, resümiert Brinkmann zufrieden. Auch wenn der Abbruch der Brücke für manchen neugierigen Zuschauer spektakulär aussah, war es für die zehn Hagedorn-Mitarbeiter kein ungewöhnlicher Auftrag. »Für uns ist das keine große Sache«, erklärt der Polier. Am Samstag waren die Mitarbeiter und der Bauleiter des Einsatzes, Ingo Schäfer, bis 23 Uhr vor Ort.

Rücksicht auf die Nachbarn

Danach wurde aus Rücksicht auf die Nachtruhe der Anwohner eine Pause eingelegt. Am Sonntagmorgen um 7 Uhr waren die Arbeiter wieder zur Stelle, um die nun in kleine Stücke zerteilte Brücke abzutragen und die Straße wieder frei zu bekommen. Am Ende lief sogar alles schneller als gedacht. Denn ursprünglich war vorgesehen, dass die Fahrbahn erst an diesem Montag gegen 4 Uhr früh wieder frei sein würde. »Ich denke aber, dass wir heute gegen 13/14 Uhr fertig sind«, sagte Polier Brinkmann am Sonntag.

Die beiden Aufgänge beziehungsweise Auffahrten zur Brücke samt Pfeilern sind übrigens stehen gebleiben. Denn nach Auskunft der Stadt laufen die Vorbereitungen, um möglichst schnell den Neubau der Brücke in die Wege zu leiten.

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