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Gütersloh: Miele-Geschäftsführer tritt Vorwürfen der IG Metall entgegen

»Mein Herz hängt an den Werken«

Gütersloh (WB). Die Unternehmenskultur im Hause Miele falle nicht in die Zuständigkeit von McKinsey. »Sie liegt in der Verantwortung der Geschäftsführer«, stellt Dr. Stefan Breit fest, ein Mitglied des Leitungsgremiums. Und damit auch nicht in jener der IG Metall.

Stephan Rechlin

Dr. Stefan Breit, technischer Geschäftsführer bei Miele, weist die Forderungen und Vorwürfe der IG Metall zurück. Mitbestimmung im Ausmaß eines Montanunternehmens schließe Miele aus. Über den Standort Gütersloh werde miteinander geredet. Foto:

Die jüngsten Vorwürfe und Forderungen der Gewerkschaft veranlassen den technischen Geschäftsführer zu einem ungewöhnlichen Schritt in die Öffentlichkeit: »In keinem unserer heutigen deutschen Werke hat es jemals nur eine einzige betriebsbedingte Kündigung gegeben. So soll es auch bleiben.« Bevor Breit als Nachfolger Dr. Eduard Sailers 2016 in die Geschäftsführung aufstieg, hatte er die Werke in Bielefeld und Gütersloh geleitet: »Mein Herz hängt an diesen Werken.«

Alternativkonzept geprüft

Vier Vertriebs- und Servicezentren in Deutschland seien 2015 wegen Veränderungen im Handel, in der Kommunikationstechnik und in der Logistik geschlossen worden. München habe eine Frist bis Ende 2019 eingeräumt bekommen. Miele habe das vom Betriebsrat vorgelegte Nutzungskonzept entgegen der Behauptungen der IG Metall sehr wohl geprüft: »Allerdings brachte es gegenüber den bereits vorliegenden Berechnungen und Szenarien keine neuen Erkenntnisse.« Aktuell werde ein Sozialplan für insgesamt 51 Beschäftigte verhandelt. Ihnen sei angeboten worden, ihre Arbeit für Miele in Gütersloh fortzusetzen. Breit: »Glaubt tatsächlich jemand, Miele hätte die Schließung von München auch nur in Erwägung gezogen, wenn diese laut einem Flugblatt ›wirtschaftlich keinen Sinn macht‹?«

Gesetz regelt Mitbestimmung

Die IG Metall strebe an, bei der Umgestaltung des Konzerns auf Augenhöhe mitzureden, mit Tarifverträgen für alle Standorte und Beschäftigten. Es gehe darum, Qualifizierung, Ausbildung und Personalentwicklung im Blick zu behalten und kluge Investitionsentscheidungen zu treffen. Breit: »Allerdings sehe ich nicht, dass die IG Metall oder sonstige Dritte Anlass haben, daran zu zweifeln, dass Miele Themen wie diese in den zurückliegenden 120 Jahren nicht hinreichend im Blick gehabt haben könnte.« Die Verantwortung des Arbeitgebers, die Beteiligung des Betriebsrates und die Rechte einer Gewerkschaft seien in den Gesetzen klar und klug geregelt: »Miele achtet die Rechte des Betriebsrates und die Rolle der Gewerkschaft.«

Gesprächsangebot liegt vor

Die Produktionswerke würden außerhalb der Untersuchungen von McKinsey liegen. In keinem einzigen Werk seien betriebsbedingte Kündigungen zu befürchten. Im Gütersloher Werk sei dieses Ziel allerdings kein Selbstläufer: »Hier liegt eine Menge Arbeit vor uns, nicht nur im Blick auf die Kostenstrukturen, sondern auch mit Blick auf wichtige Themen wie Aus- und Fortbildung. Wenn hierzu auch die IG Metall Ideen beisteuern möchte, hören wir uns diese gerne an.« Ein Gesprächsangebot liege der Gewerkschaft vor

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