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Bärbel Merschbrock spendet für »Young Strokers«

Mit Sport sich selbst und anderen Gutes tun

Gütersloh (WB). Ihr erster Triathlon ist für Bärbel Merschbrock etwas ganz Besonderes: Er setzt den Punkt hinter die Geschichte ihrer Nikotinsucht und der anschließenden Gewichtszunahme. Durch ihren Sport hat sie nicht nur 23 Kilogramm abgenommen. Sie fühlt sich auch gesünder und hat viel Geld gespart. Einen Teil davon – 1290,11 Euro – hat sie jetzt der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe »Young Strokers« gespendet.

Bärbel Merschbrock (Zweite von links) überreicht Peter Menzel, Max Ackermann und Sandra Röse­meier (von links) von den »Young Strokers« den symbolischen Scheck über 1290,11 Euro. Foto:

Zu der Selbsthilfegruppe für junge Schlaganfallpatienten hat Bärbel Merschbrock eine ganz spezielle Beziehung. Tochter Chantal, heute 22 Jahre alt, hatte im Mutterleib oder unter der Geburt eine Hirnblutung. Sie ist behindert und sitzt im Rollstuhl.

2012 spürte Bärbel Merschbrock zunehmend die gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Die heute 58-Jährige beschloss aufzuhören und nahm zu. »Schließlich hatte ich nicht mehr mit dem Rauchen zu kämpfen, sondern mit meinem Gewicht«, sagt sie. Hinzu kamen Diabetes, schlechte Blutwerte, Wassereinlagerungen, hoher Blutdruck und ein Kribbeln an den Füßen. Zu guter Letzt wog sie 23 Kilogramm mehr als vorher.

1:29:11 Stunden gebraucht

Die Varensellerin stellte ihre Ernährung auf Ayurveda um, machte Yoga und etwas Sport. Im Juli 2017 kam ihr die Idee, einmal einen Volkstriathlon zu schaffen. Sie fing an zu laufen, zu schwimmen und Rad zu fahren.

Damit einher ging die Vorstellung, die erreichte Zeit in einen Betrag zugunsten der »Young Strokers« umzuwandeln. Eine Stunde und 50 Minuten waren im Frühjahr bei 65 Kilogramm aus Sicht der Freizeitsportlerin ein realistisches Ziel für den Gütersloher »Dalkeman«, bei dem es Pfingsten 500 Meter zu schwimmen, 20 Kilometer Rad zu fahren und fünf Kilometer zu laufen galt. Mit 1:29:11 Stunden kam Bärbel Merschbrock ins Ziel – das war weit besser als die angepeilte Zeit.

In 20 Jahren 60 Mal zur Intensivtherapie in München

Trainiert hat Bärbel Merschbrock übrigens allein – auch ohne das Wissen ihrer Familie. Für Sport im Verein bleibt ihr keine Zeit. »Die intensive Betreuung meiner behinderten Tochter ist sehr aufwendig«, sagt die 58-Jährige, die nur Freizeit hat, wenn Chantal tagsüber im Wertkreis arbeitet, stundenweise betreut wird oder in der Kurzzeitpflege ist. »Unter anderem waren wir in 20 Jahren mehr als 60 Mal zur Intensivtherapie in München«, berichtet Barbara Merschbrock.

Umso wichtiger ist der Familie der Rückhalt durch die »Young Strokers«. Vor fünf Jahren gründete Sandra Rösemeier die  Gruppe für junge Erwachsene, inzwischen organisiert das Team um Max Ackermann und Peter Menzel das Programm aus Ausflügen, Vorträgen, Fortbildungen und geselligen Treffen. Dafür soll auch die Spende genutzt werden.

Sportlich hat Merschbrock das Stadtschwimmen im August und den »Dalkeman« 2019 im Visier. Denn: Ein Leben ohne Sport kann sie sich nicht mehr vorstellen. Er gehört dazu wie Tochter Chantal und die »Young Strokers«.

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