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Gütersloh

Nach langem Warten fällt der Startschuss

Gütersloh (afri) - Mit einem symbolischen Spatenstich ist am Freitag der Startschuss für ein Neubauprojekt des Bauvereins Gütersloh gefallen. An der Holzrichterstraße in Kattenstroth entstehen drei Mehrfamilienhäuser im 3800 Quadratmeter großen Innenhof der Depenbrock-Siedlung. Ein Projekt, das es im Vorfeld nicht ganz einfach hatte.

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Mit einem symbolischen Spatenstich sind am Freitag die Erdarbeiten an der Holzrichterstraße in Kattenstroth gestartet. Dort wird die Depenbrock-Siedlung vom Bauverein nachverdichtet. Es entstehen insgesamt 22 Wohnungen. Das Bild zeigt (v. l.) Stephan Rieping (Energiegenossenschaft Sonnenwende), Thorsten Chutsch (Hoch- und Tiefbau), Jörg Höfel (Vorstandsvorsitzender Bauverein), Architektin Birgit Melisch und Gabriella Elsing (Bauverein). Foto:

Die Bestandsgebäude, die ringsum stehen, stammen aus den 1950er-Jahren und stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Das hatte das Neubauvorhaben des Bauvereins komplizierter gemacht – und am Ende auch teurer, erläuterte Jörg Höfel, Vorstandsvorsitzender des Bauvereins, beim Ortstermin. Er rechnet damit, dass das Projekt rund 4,8 Millionen Euro kostet. Höfel ist dennoch froh, dass am Ende ein Kompromiss gefunden wurde. Denn Wohnungen sind in Gütersloh rar und Bauland genauso.

Alle Wohnungen werden barrierefrei

Durch die Nachverdichtung an der Holzrichterstraße entstehen in den 22 Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Alle sind barrierefrei. Eine tolle Ergänzung zu den in der Depenbrock-Siedlung bereits vorhandenen 118 genossenschaftlichen Wohnungen, findet Höfel. Denn diese seien nicht barrierefrei, was für ältere Bewohner der Siedlung, die nicht mehr körperlich fit seien, eine Herausforderung darstelle. Sie erhalten vom Bauverein die Möglichkeit, in eine der neuen, modernen Wohnungen umzuziehen. „Sie müssen dann zwar umziehen, können aber in ihrem sozialen Umfeld bleiben“, so Höfel. Es gebe bereits eine Interessentenliste.

Für das Neubauvorhaben an der Holzrichterstraße hatte der Bauverein einen städtebaulichen Wettbewerb – so der Wunsch der Politik – ausgeschrieben. Den gewann das Gütersloher Architekturbüro von Birgit Melisch. Ihr Entwurf überzeugte, weil die drei Neubauten sich durch ihre schnörkellose Grundform, ihre Höhe (Trauf- und Firsthöhe) und ihr Dach in den Bestand der Siedlung einfügen. „Sie haben die gleiche Struktur“, erläuterte Birgit Melisch. Damit die Mieter der Bestandsgebäude künftig nicht auf eine Wand schauen müssen, sind die Häuser quer ausgerichtet. „So bleiben die Blickbeziehungen teils erhalten“, ergänzt Gabriella Elsing vom Bauverein.

Bauverein hat Umweltgedanken im Blick

Die Fertigstellung der zweigeschossigen Häuser mit ausgebautem Dachgeschoss, Kellerräumen und Aufzug ist für spätestens Herbst 2022 vorgesehen. Die 22 Wohnungen sind zwischen 40 und 81 Quadratmeter groß und mit Loggien und Balkonen sowie im Erdgeschoss mit Terrassen und Mietergärten ausgestattet. Sechs Wohnungen sind für den öffentlich geförderten Wohnungsbau vorgesehen.

Der Bauverein hat bei den Neubauten an der Holzrichterstraße auch den Umweltgedanken im Blick. Die Gebäude haben den Standard eines KfW Effizienzhauses 55 und eine Wärmepumpenanlage mit Geothermie. Zur Gewinnung regenerativer Energie werden der Energiegenossenschaft Sonnenwende aus Harsewinkel die Dachflächen für die Installation von Photovoltaikanlagen zur Verfügung gestellt. Über ein Mieterstrommodell erhalten die Bewohner den vor Ort erzeugte Strom zu vergünstigten Preisen. „Der liegt zehn Prozent unter dem Tarif des Grundversorgers“, so Höfel.

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